Baugenehmigung und Zwischenbilanz

Eine Woche vor Weihnachten war die lange ersehnte Baugenehmigung im Briefkasten, erfreulicherweise wurde das Projekt so genehmigt wie es geplant und mit der Stadt vor besprochen war. Da waren wir uns angesichts der langen Bearbeitungszeit nicht mehr so sicher – umso größer der Stein, der vom Herzen gefallen ist!

Nun könnten wir im Neuen Jahr mit dem Bauen anfangen, sobald die Witterung es zulässt. Warum der Konjunktiv? Wir haben wie berichtet der Firma Wolff & Müller einen Generalplanungsauftrag gegeben, in der festen Annahme, dass diese uns auch ein Angebot als Generalunternehmer in der Höhe ihrer damaligen Schätzung (oder leicht darüber) macht. Leider lag das Angebot letztlich um knapp 25% über der Schätzung, die für die Ermittlung des Planerhonorars vorlag. Dies konnten wir uns nicht mit gestiegenen Baupreisen erklären.

Die einzige seriöse Methode um festzustellen, ob das Angebot von Wolff & Müller fair ist, war Vergleichsangebote einzuholen. Damit war ich seit Mitte Oktober beschäftigt und irgendwie kommt mir das wie die Planersuche im letzten Jahr vor. Ich habe sehr viele Kollegen gesprochen, die gerne für die und mit der SOFiSTiK ein BIM Pilotprojekt erstellen möchten, aber leider sind alle Firmen auf Monate hinaus über ihre Kapazität hinaus beschäftigt. Die Zeit ist nicht gut für Bauherren. Ich denke, ich werde zu gegebener Zeit einen eigenen Beitrag über dieses Thema schreiben.

Vor dem Jahreswechsel ist aber ein guter Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz des bisherigen Projektverlaufes zu ziehen.

Eindeutig Positiv war …

… meine Entscheidung, die Planung von Anfang an bis einschließlich Ausführungsplanung zu beauftragen hat sich als richtig erwiesen. Normalerweise würde man erst nach Erteilung der Baugenehmigung mit der Werkplanung beginnen, wir hätten weitere Zeit verloren. Darüber hinaus ist es bei einer Planung mit BIM fair den Planenden gegenüber, die ersten Planungsphasen werden hier durch die HOAI nicht ausreichend honoriert.

Als hinderlich erwiesen hat sich …

… eine Baufirma als Generalplaner. Ich bin ja davon ausgegangen, dass es sinnvoll ist eine Baufirma von Anfang an im Boot zu haben. Dies hat bislang die Planung auch positiv beeinflusst. Nun ist die Baufirma zwar ein Familienunternehmen, aber doch auch ein Konzern. In der Stuttgarter Zentrale wurde geplant, gebaut sollte von der Nürnberger Niederlassung aus, die aber auch überlastet ist und jetzt haben wir ein Angebot aus Erfurt bekommen. In Erfurt kalkuliert man nun anders als in Stuttgart und so nahm das Geschehen seinen Lauf. Zwischendurch habe ich immer wieder das Gefühl mit zwei verschiedenen Firmen gleichen Namens zu sprechen, aber wie das wohl wird, wenn meine Planer eine Fremdfirma während der Bauphase betreuen dürfen?

Unklar ist noch …

… ob es für den Abschluss eines Generalunternehmervertrages hilfreich ist,  alles schon genau geplant zu haben und dem Bieter ein BIM-Modell anbieten zu können. Bei Wolff & Müller bekomme ich den Verdacht nicht los, dass alle Details durchdacht, geplant und kalkuliert wurden und danach der gleiche Risikoaufschlag einkalkuliert wurde, der bei herkömmlicher Planung üblich ist. Das könnte eine Erklärung für die Preissteigerung sein. Die anderen Bieter bekommen zwar alle Pläne, ein Revit oder IFC Modell und eine funktionale Baubeschreibung. Dennoch sind die Angebote nicht so ohne weiteres vergleichbar. Man wird sehen, wie sich das im nächsten Jahr entwickelt.

Auf alle Fälle wird es auch in 2018 spannend!

 

 

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