Endlich fließt Beton

Betonierarbeiten am 29. Juli 2018

Nachdem die Baustelle nun langsam in Fahrt kommt, gibt es hier zur Abwechslung mal ein paar Schnappschüsse, ganz ohne BIM!

Warum es später geworden ist und  wie die letzten Schritte der Planung abgelaufen sind, werde ich in einem späteren Beitrag berichten.

Meine ersten Eindrücke vor Ort zeigen jedenfalls deutlich, dass das Team von Wolff & Müller das nicht zum ersten Mal macht, alles läuft strukturiert, aufgeräumt und professionell.

Der Baukran steht

 

Ganz ohne BIM passierte in den letzten Wochen einiges auf der Baustelle. Nach dem Einbringen der Träger für den Berliner Verbau konnte der Aushub beginnen. Am 30. April floss der erste Beton und seit gestern steht der Baukran.

Ich warte jetzt auf die Bohrungen zur Geothermie und danach mit den Bauarbeiten für die Fundamente und die Bodenplatte.

Seit einiger Zeit haben wir auch eine Webcam auf die Baustelle gerichtet, sie ist unter der Adresse bauenmitbim.net/Webcam erreichbar. Herzlichen Dank an unsere Nachbarn Bezold und Janota, an deren Giebelfenster wir die Kamera installieren durften.

Hier noch einige Bilder von der Baustelle:

Stargast am SOFiSTiK Seminar

Foto: Norbert Mebert und Willi Nemski

Quasi Stargast auf dem 26. SOFiSTiK Seminar letzte Woche in München war unser neues Gebäude. Klar, vorläufig nur digital, aber eine fertige Immobilie hätte man ja auch nicht nach München bringen können. 170 Gäste aus 20 Ländern hörten die zweistündige Key Session, in der alle an der Planung Beteiligten über ihre Erfahrungen berichteten. Vieles ist in diesem Blog ja bereits dokumentiert worden, aber eine komprimierte Darstellung des Planungsprozesses mit BIM aus Sicht des Bauherrn, des Entwurfs- und der Fachplaner hat es in dieser Form sicher noch nicht oft gegeben.

Alle haben sich bemüht, den BIM Prozess nicht in den Himmel zu loben, sondern auch kritisch die Punkte zu beleuchten, an denen noch Entwicklungsbedarf besteht. Eine ehrliche Darstellung dessen was geht und was noch nicht geht. Hierfür haben alle Referenten auch sehr positive Resonanz bekommen.

Podiumsdiskussion

Das Titelbild zeigt die von meinem Vorstandskollegen Frank Deinzer moderierte Podiumsdiskussion: Thomas Herbert (Brandschutzgutachter), Patrick Stumpf (Projektleiter Tragwerksplanung), Eberhard Beck (Architekt Genehmigung und Ausführungsplanung), Marina Stiber (BIM Koordinatorin Wolff & Müller), Gerhard Wirth (Entwurfsarchitekt), Hinrich Münzner (Tragwerksplanung) und meine Wenigkeit als Bauherrenvertreter (von rechts nach links). (Foto: Norbert Mebert und Willi Nemski)

Unser Modell dienste auch für ein beeindruckendes Intro, das auf YouTube zusehen ist.

Eine weitere schöne Visualisierung im Stadtmodell kommt von unserem Tragwerksplaner Boll & Partner.

PS: Eigentlich hätte ich mittlerweile eine lauffähige Webcam der Baustelle, leider wurde eine bereits erteilte Genehmigung eines Nachbarn wieder zurückgezogen, so dass rechts oben nur ein Platzhalter zu sehen ist. Schade!

 

Es geht los!

Wenn ich vor Weihnachten noch skeptisch über den weiteren Ablauf war, so hat sich das im Laufe des Januars deutlich geändert. Ich konnte letzte Woche einen mündlichen Generalunternehmerauftrag an die Zweigniederlassung Erfurt der Fa.  Wolff & Müller erteilen, wir sind uns einig geworden! Ende Februar soll es losgehen, und bereits Mitte August ist nach Bauzeitenplan die oberste Decke betoniert, so dass wir Anfang September ein Richtfest feiern können. Und für Ende März ist und bereits die Fertigstellung und Übergabe versprochen worden, so dass wir im April nächsten Jahres an einen Umzug denken können.

Das Vergleichsangebot

Wie berichtet war ich seit Oktober ziemlich beschäftigt, weitere Angebote einzuholen, was nicht ganz einfach war. Vor Weihnachten bekam ich ein seriöses Angebot der GS Schenk Schlüsselfertigbau GmbH, einem alt eingesessenen lokalen Anbieter. Es lag etwas über der Schätzung von über einem Jahr, also deutlich unter dem Angebot von Wolff & Müller.  Da wir ja keine Ausschreibungsunterlagen hatten, war es aber nur bedingt vergleichbar, es waren unmittelbar erkennbar Leistungen ausgeschlossen, die bei Wolff & Müller dabei waren. Das war nun nicht verwunderlich, hatte Wolff & Müller Stuttgart ja die Planung gemacht und Erfurter haben den Prozess begleitet.

Ein weiterer alteingesessener lokaler Anbieter hat mir für Ende Januar ein Angebot versprochen. Davon erhoffte ich mir mehr Klarheit darüber, wo der Markt liegt. Leider wurde mir Mitte Januar abgesagt, die Firma schob eine solche Bugwelle an Arbeit aus dem letzten Jahr vor sich her und wollte mir keine falschen Versprechungen und Hoffnungen machen.

Planungsfortgang und professionelle Hilfe

Mittlerweile war die Werkplanung weiter fortgeschritten und wir haben bei einem virtuellen Rundgang durch das Gebäude die Verbindungstreppe vereinfacht. Ich bat meine beiden verbliebenden Kandidaten auf Basis des aktuellen Planungsstandes ihre Angebote zu überarbeiten. Dann habe ich mir, vermittelt durch unseren Entwurfsarchitekten Gerhard Wirth die Dienste von Architekt Uwe Plößel, einem Profi für Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung gesichert. Mit ihm haben wir die Alternativen untersucht. Das Bauvorhaben zu verschieben und auf ein Abkühlen der Baukonjunktur zu warten erschien aber ebenso wenig sinnvoll wie eine Vergabe nach Gewerken. Die Unsicherheit ein vernünftiges Angebot speziell für die Haustechnik zu bekommen wäre uns ja geblieben und es hätte eine Verzögerung von mindestens einem halben Jahr nach sich gezogen. Herr Plößel konnte mir aber sagen, dass das Angebot GS Schenk viel näher an seinen Erfahrungswerten lag als das von Wolff & Müller.

Vergabe

In einem ersten Gespräch mit GS Schenk haben wir verschiedene Fragen geklärt und konnten das Angebot vergleichbarer machen. Es lag sehr nahe an dem was Herr Plößel uns sagte, was das Bauvorhaben seiner Meinung nach kosten darf. Die Firma GS Schenk mit den Herren Martin Lauterbach und Peter Saam machte zudem einen sehr kompetenten und seriösen Eindruck. Schon vor dem Termin hat sich Wolff & Müller deutlich bewegt, die weiter fortgeschrittene Planung hätte dies ermöglicht. Zusätzlich wurde uns der oben beschriebene Bauzeitenplan vorgelegt, Schenk wäre mindestens ein halbes Jahr später fertig geworden.

Die Entscheidung

Neben der Tatsache, das Wolff & Müller quasi in den Startlöchern stand und im März die ersten Profile für den Berliner Verbau einbringen kann hat es mich auch davor gegraust, ein Jahr lang zwischen Firmen koordinieren zu müssen, falls es über die Planung unterschiedliche Ansichten gibt. Letztlich fehlt GS Schenk die Erfahrung mit BIM und hätte nach konventionellen zweidimensionalen Unterlagen gebaut und abgerechnet. Damit war klar, dass Wolff & Müller durchaus teurer sein darf, es gab aber natürlich eine Schmerzgrenze, die wir uns vorher überlegt hatten. Nachdem die unterschritten war, habe ich einen mündlichen Auftrag erteilen können. SOFiSTiK und Wolff & Müller freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit, was gleich mit einem Gläschen Sekt begossen wurde, ein standesgemäßes Getränk (Bier) war nicht in Reichweite. (Meine Ballonfreunde werden die Herkunft des Sekts auf dem Bild erkennen)

v.l.n.r: Thomas Fink, Dennis Blosa (Oberbauleiter), Frank Bauernfeld (Kalkulator), Torsten Bieler (Niederlassungsleiter) und Architekt Uwe Plößel

Der zweite Sieger

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es mit schwer gefallen ist, GS Schenk abzusagen. Sie haben uns sehr geholfen und fachlich wie menschlich einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass sie Interesse an BIM gezeigt haben und wir werden in Ihrem Hause eine Einführungsveranstaltung durchführen. Auch mit Ihnen hätte ich gerne gebaut!

 

Baugenehmigung und Zwischenbilanz

Eine Woche vor Weihnachten war die lange ersehnte Baugenehmigung im Briefkasten, erfreulicherweise wurde das Projekt so genehmigt wie es geplant und mit der Stadt vor besprochen war. Da waren wir uns angesichts der langen Bearbeitungszeit nicht mehr so sicher – umso größer der Stein, der vom Herzen gefallen ist!

Nun könnten wir im Neuen Jahr mit dem Bauen anfangen, sobald die Witterung es zulässt. Warum der Konjunktiv? Wir haben wie berichtet der Firma Wolff & Müller einen Generalplanungsauftrag gegeben, in der festen Annahme, dass diese uns auch ein Angebot als Generalunternehmer in der Höhe ihrer damaligen Schätzung (oder leicht darüber) macht. Leider lag das Angebot letztlich um knapp 25% über der Schätzung, die für die Ermittlung des Planerhonorars vorlag. Dies konnten wir uns nicht mit gestiegenen Baupreisen erklären.

Die einzige seriöse Methode um festzustellen, ob das Angebot von Wolff & Müller fair ist, war Vergleichsangebote einzuholen. Damit war ich seit Mitte Oktober beschäftigt und irgendwie kommt mir das wie die Planersuche im letzten Jahr vor. Ich habe sehr viele Kollegen gesprochen, die gerne für die und mit der SOFiSTiK ein BIM Pilotprojekt erstellen möchten, aber leider sind alle Firmen auf Monate hinaus über ihre Kapazität hinaus beschäftigt. Die Zeit ist nicht gut für Bauherren. Ich denke, ich werde zu gegebener Zeit einen eigenen Beitrag über dieses Thema schreiben.

Vor dem Jahreswechsel ist aber ein guter Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz des bisherigen Projektverlaufes zu ziehen.

Eindeutig Positiv war …

… meine Entscheidung, die Planung von Anfang an bis einschließlich Ausführungsplanung zu beauftragen hat sich als richtig erwiesen. Normalerweise würde man erst nach Erteilung der Baugenehmigung mit der Werkplanung beginnen, wir hätten weitere Zeit verloren. Darüber hinaus ist es bei einer Planung mit BIM fair den Planenden gegenüber, die ersten Planungsphasen werden hier durch die HOAI nicht ausreichend honoriert.

Als hinderlich erwiesen hat sich …

… eine Baufirma als Generalplaner. Ich bin ja davon ausgegangen, dass es sinnvoll ist eine Baufirma von Anfang an im Boot zu haben. Dies hat bislang die Planung auch positiv beeinflusst. Nun ist die Baufirma zwar ein Familienunternehmen, aber doch auch ein Konzern. In der Stuttgarter Zentrale wurde geplant, gebaut sollte von der Nürnberger Niederlassung aus, die aber auch überlastet ist und jetzt haben wir ein Angebot aus Erfurt bekommen. In Erfurt kalkuliert man nun anders als in Stuttgart und so nahm das Geschehen seinen Lauf. Zwischendurch habe ich immer wieder das Gefühl mit zwei verschiedenen Firmen gleichen Namens zu sprechen, aber wie das wohl wird, wenn meine Planer eine Fremdfirma während der Bauphase betreuen dürfen?

Unklar ist noch …

… ob es für den Abschluss eines Generalunternehmervertrages hilfreich ist,  alles schon genau geplant zu haben und dem Bieter ein BIM-Modell anbieten zu können. Bei Wolff & Müller bekomme ich den Verdacht nicht los, dass alle Details durchdacht, geplant und kalkuliert wurden und danach der gleiche Risikoaufschlag einkalkuliert wurde, der bei herkömmlicher Planung üblich ist. Das könnte eine Erklärung für die Preissteigerung sein. Die anderen Bieter bekommen zwar alle Pläne, ein Revit oder IFC Modell und eine funktionale Baubeschreibung. Dennoch sind die Angebote nicht so ohne weiteres vergleichbar. Man wird sehen, wie sich das im nächsten Jahr entwickelt.

Auf alle Fälle wird es auch in 2018 spannend!

 

 

Wir bauen immer noch nicht

So oder so ähnlich wird unsere neue Kantine aussehen

Nun habe ich eine Zeit lang nichts mehr an dieser Stelle berichtet. Dies ist nur zum Teil den Sommerferien geschuldet. Leider haben wir eine Verzögerung im Ablauf, die ich hier nicht verschweigen will.

Wie berichtet, haben wir Wolff & Müller als Generalplaner mit der kompletten Planung bis zur Ausführungsplanung beauftragt. In der Woche nach dem Spatenstich bekam ich die Nachricht, dass der Haustechnikplaner ausgewechselt wurde. Nachdem der neue sich in das Projekt und die Vorarbeiten erst einarbeiten musste, ist die Planung jetzt auch nicht fertig, so wie das für Ende September geplant wurde. Der Grund lag sicher nicht in der BIM Planung. Man könnte auch schreiben, dass sich manche Probleme auch durch BIM nicht aus der Welt schaffen lassen.

Den Grundsatz “Erst Planen und dann Bauen” wollen wir aber ganz sicher weiter verfolgen, also bauen wir noch nicht.

Die Verzögerung ist dann aber auch nicht so ganz tragisch, weil es ebenfalls bei der Baugenehmigung klemmt. Die Stadt Nürnberg hat in den letzten Jahren Personal abgebaut, und so muß ein Bauherr einfach warten bis er dran kommt. Die zuständigen Bearbeiter sind zwar alle sehr nett am Telefon, aber so ganz befriedigend ist eine Aussage “Ich komme die nächsten 4-6 Wochen sicher nicht zu Ihrer Akte” auch nicht. Gut, damit haben wir wenigstens Zeit zum Planen.

Alles nicht schön, hat auch mit BIM nichts zu tun, muss aber halt akzeptiert werden. Von unserem neuen Casino (Bild oben) dürfen wir halt noch etwas länger träumen.

BIMsstein und Unternehmergeist

Erster Spatrenstich am 21. Juli 2017

Im Nachgang zum Bericht über unseren ersten Spatenstich noch zwei Fotos und ihre Geschichte.

BIMsstein

BIMsStein

Thomas Herbert, Partner im Büro Oehmke + Herbert, das für uns als Vermessungsingeneur, Brandschutzplaner und Prüfsachverständiger tätig ist, überreichte eine Flasche Wein mit Anhang. Er meinte, zum Bauen braucht man Steine und zum Bauen braucht man BIM, also haben sie einen BIMs-Stein an die Weinflasche gehängt. Nette Idee!

Unternehmergeist

Unternehmergeist

Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH gab dem Vorstand der SOFiSTiK eine kleine Flasche Unternehmergeist. 20cl Zwetschgenwasser, die Früchte aus dem Garten des Besitzers der Wolff & Müller Unternehemensgruppe und von Herrn Dr. Dürr selbst gebrannt.  Wir hoffen, dass uns der Geist auf der nächsten Vorstandsklausur beflügeln und ermutigen wird, ohne uns leichtsinnig werden zu lassen.

Beiden herzlichen Dank für das originelle Mitbringsel!

 

Der erste Spatenstich

Am 21. Juli – dem Tag vor dem 30. Jahrestag der Gründung der SOFiSTiK GmbH – haben wir nun mit einem kleinen Baustellenfest einen symbolischen ersten Spatenstich durchgeführt. Wie es sich für echte Bauleute gehört, nicht mit einem Spaten, sondern mit einem Bagger.

Spatenstich

Nachbarn, Vorbesitzer, Lieferanten, Kunden, Planer, Freunde des Hauses und Mitarbeiter, knapp 100 Personen waren Zeuge, wie bei bestem Sommerwetter mein Kollege Frank Deinzer und ich die erste Baggerschaufel aus unserem Baugrund entfernten. (Da wir ja noch keine Baugenehmigung haben, wurde das Loch nach Abreise der Gäste sauber wieder verfüllt!)

4 kurze Reden

Zuvor brachte mein Mitgründer Prof. Casimir Katz in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der SOFiSTiK in Erinnerung. Ich referierte über das Thema BIM als Bauherr, danach legte Herr Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH dar, was sich eine Baufirma von der neuen Technologie verspricht. Eberhard Beck, unser Architekt für die Genehmigungs- und Ausführungsphase redete über die Potentiale, die sich mit BIM für seinen Berufsstand eröffnen. Harald Riedel, berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und Stadtkämmerer freute sich nicht nur über die Aussichten künftig steigender Gewerbesteuereinnahmen sondern insbesondere auch darüber, mit der SOFiSTiK einen weiteren Hidden Champion in seiner Stadt zu haben.

v.l.n.r: Frank Deinzer, Stefan Maly, Steffen Schönfeld, Eberhard Beck, Thomas Fink, Casimir Katz, Harald Riedel, Dirk v. Vopelius

3-D-Präsentationen

Wie sich sich für ein BIM-Projekt gehört konnten sich die Besucher nicht nur an “3 im Weckla” stärken, sondern auch an 3 Stationen virtuell durch das künftige Gebäude gehen. Das Fraunhofer Institut Stuttgart brachte einen 3-D-Fernseher mit, unsere Planungspartner Wabe-Plan und gm planen + beraten waren in einer Garage (Danke an unsere Nachbarn Familie Herzog) mit ihren Datenbrillen ein  heiß umlagertes Ziel der Besucher.

Gefreut hat mich die durchwegs positive Resonanz der Nachbarn, die an den Visualisierungen naturgemäß ein großes Interesse hatten.

Nun warten wir weiter auf die Baugenehmigung, haben in der Zwischenzeit aber genügend mit weiteren Feinabstimmungen in der Planung zu tun. Wir warten auch gespannt auf das Preisangebot der Fa. Wolff & Müller, schliesslich müssen wir ja noch einen Generalunternehmerauftrag erteilen.

Das Loch

Übrigens: Wolff & Müller hat eine sehr gute Presseerklärung zu unserem Projekt verfasst.

Holzaktion

Bauen mit BIM! Klare Sache, haben wir uns so vorgenommen.

Heute möchte einmal ich über Dinge in den letzten Wochen berichten, die früher auch nicht anders waren, zuletzt über eine Aktion, die mit BIM rein gar nichts zu tun hatte.

Ausführungsplanung und Genehmigungsbehörde

Nachdem wir vor Ostern eine Eingabeplanung eingereicht haben, wurde auf Anforderung der Bauordnungsbehörde mittlerweile zweimal ergänzende Unterlagen nachgereicht, die natürlich mit BIM produziert wurden. Eingereicht wurden sie als “plattgewalzte” Pläne. Wo hätten der Architekt und ich sonst auch unterschreiben können? Ansonsten gibt es jetzt alle 2 Wochen einen Jour Fix mit allen Planern. Wie im früheren Leben ist es auch mit BIM nicht so, dass jeder Planer so ganz im Zeitplan ist. Mehr verrate ich hier aber nicht! Ich hoffe, dass sich alle “Knoten” mit Hilfe von BIM letztendlich auflösen werden.

Kommunikation mit Nachbarn

Da unsere Tiefgarage sehr nah bzw. ganz an der Grundstücksgrenze verlaufen soll, haben wir verschiedene Gespräche mit den Nachbarn geführt. Es geht hier um die spätere Gestaltung der gemeinsamen Grenze. Eine Nachbargarage muss unterfangen werden und teilweise ist auch hilfreich, wenn die Baufirma den Verbau temporär auf dem Nachbargrundstück errichten darf. Hat mit BIM auch nichts zu tun. Erfreulicherweise sind unsere Nachbarn sehr freundlich und kooperativ.

Innenausbau

Nachdem die Form der Gebäudehülle und die Lage der Innenwände geplant sind, steht nun eine ganze Menge an Detailplanung für den Innenausbau und die Haustechnik an. Wie berichtet ist ja unsere Innenarchitektin noch “vom alten Schlag” und plant 2D. Wir bekommen von ihr aber sehr aussagekräftige kolorierte Pläne, die für die Diskussion mit den künftigen Nutzern erstmal völlig ausreichen. Damit können Festlegungen getroffen werden und wenn uns klar ist, was wir wollen, arbeitet es unser Architekt in das BIM Modell ein. Aber darüber wollte ich ja heute nicht schreiben!

Details aus unserem neuen Sozialraum

Holzaktion

Und ganz zuletzt die Holzaktion. Unser Grundstück liegt ja nun schon einige Jahre brach und ist einigermaßen zu gewuchert. Um keinen Termin zu versäumen hat mein Kollege Frank Deinzer die Sträucher bereits vorab gerodet. Letzten Samstag wurde dies unter tatkräftiger Mithilfe einiger unserer Mitarbeiter klein geschnitten und gehäckselt. Damit steht die Fläche für unseren ersten Spatenstich und für die spätere Baustelle zur Verfügung. Eine tolle Gemeinschaftsaktion! Meine Aufgabe war es, mit einer Biergarnitur, 2kg frisch gebratenem Leberkäse und einer Tüte mit Brezeln und Salzstangen sowie Getränken gegen Mittag zur Brotzeit zu erscheinen.

 

Das SOFiSTiK Team

Brotzeit ist die beste Zeit

 

 

BIM: Wie fange ich an? 7 gute Tipps für den Start mit BIM

10 Monate nach dem Start meines Blogs möchte ich einmal etwas allgemeines über BIM schreiben. Ich werde oft gefragt, wie man als Planer am besten mit der Thematik anfängt. Ich bin zwar Tragwerksplaner, denke aber, dass die folgenden Tipps auch für andere Gewerke gelten. Vielleicht nutzt auch mal jemand die Kommentarfunktion? Das Thema bietet sich an!

 

1.      Ignorieren Sie das Thema nicht!

Über BIM wird nun schon seit vielen Jahren geredet. Vor 10 Jahren war es richtig, das Thema erst einmal zu ignorieren und die Entwicklung abzuwarten. Dies hat sich aber mittlerweile geändert. Die technische Entwicklung ist soweit fortgeschritten, dass viele Bauherren für geeignete Projekte die Anwendung von BIM verlangen oder in naher Zukunft verlangen werden, weil – insbesondere im Hochbau – die Vorteile für den Bauherrn mittlerweile bewiesen sind. Wer jetzt wartet, bis er zur Anwendung von BIM gezwungen wird, ist vermutlich zu spät dran und wird den Auftrag vielleicht gar nicht bekommen.

2.      Fangen Sie mit little BIM an

BIM ist nicht nur dann BIM, wenn alle an Planung und Bau Beteiligten BIM anwenden. Eine Voraussetzung hierfür ist nämlich, dass alle die Anwendung in ihrem Fachgebiet verstehen. So wie jeder Orchestermusiker sein Instrument beherrschen und seine Noten kennen muss, bevor eine erste gemeinsame Probe Sinn macht, muss jeder an einem Big-BIM Projekt Beteiligte seine Prozesse und Arbeitsmittel kennen. Zudem zeigen die Erfahrungen zahlreicher früher Anwender, dass die Anwendung von BIM nur für die eigenen Prozesse ökonomisch und qualitativ höchst erfolgreich sein kann. So modellieren einige Tragwerksplaner ein 3-D-Modell auch wenn Sie vom Architekten 2-D Pläne bekommen um damit eine konsistente Berechnung, Positions- Schal und Bewehrungspläne erstellen zu können.

3.      Holen Sie sich externe Beratung und Schulung

Klar, kein guter Berater wird für billiges Geld tätig. Dennoch wird sich eine qualifizierte Beratung und Schulung immer amortisieren. Überlegen Sie, was es kostet, wenn Ihre Mitarbeiter sich das erforderliche Wissen selbst aneignen.

4.      Investieren Sie in Standards (Template und Familien)

Allen BIM Programmen ist zu eigen, dass sie ein erheblich strukturierteres Planen und Denken erfordern als CAD. Dies führt in der Regel auch zu höherer Qualität des Planungsergebnisses. Erreicht wird dies durch die Verwendung von Projektvorlagen und Familien. Letzteres ist vergleichbar mit den Blöcken in CAD, allerdings auf einem erheblich höheren Niveau. Investieren Sie in Bibliotheken mit Familien und pflegen Sie diese weiter, wenn sie im Projektverlauf verbessert werden.

5.      Investieren Sie in Ihre Mitarbeiter

„It’s all about people! “. Der Erfolg eines BIM Projekts wird nicht durch Computer, sondern durch Menschen erreicht. Mit gut geschulten Mitarbeitern steigern Sie die Erfolgsaussichten Ihres Projekts ganz erheblich. Es lohnt sich auch, bei Neueinstellungen die BIM Kompetenz zusätzlich zu den bisher verlangten Kompetenzen abzufragen. Schon ein Spezialist auf diesem Gebiet kann seine Kenntnisse im Team weitergeben und somit mithelfen, die Zukunft Ihrer Organisation sichern.

6.      Denken Sie nicht in alten Mustern

BIM bedeutet „Wir“ statt Ich. Es funktioniert nicht, wenn wir weiter in alten Mustern denken. Wir müssen lernen, ein Bauwerk gemeinsam und nicht gegeneinander zu planen und zu bauen. Das typisch deutsche Bedenkenträgertum kann nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Auch die bisher übliche Arbeitsteilung zwischen Konstrukteuren und Ingenieuren wird sich verändern. Teams aus beiden Berufsgruppen werden parallel und nicht nacheinander ein Projekt bearbeiten. Es ist klar, dass Pläne noch eine längere Zeit das Ergebnis des Planungsprozesses sein werden. Diese Pläne sind aber Abfallprodukte aus einem Modellierungsprozess, die schon nicht mehr alle Informationen enthalten.

7.      Geben Sie nach ersten Rückschlägen nicht auf

Jeder, der etwas Neues anfängt, wird nicht immer beim ersten Mal erfolgreich sein. Auch BIM ist ja kein Allheilmittel, Sie werden anfangs Rückschläge erleiden. Geben Sie nicht auf, Durchhaltevermögen lohnt sich. Und selbst wenn Sie aus Zeitgründen im Projektverlauf auf die herkömmliche Arbeitsweise wechseln müssen: Analysieren Sie danach, was falsch gelaufen ist und was verbessert werden muss. Nur so kann es beim nächsten Projekt besser werden.

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