Wieder ein Zwischenschritt

Die Unterschrift

Eines Tages musste der Tag ja kommen, der Bauherr wurde vom Generalunternehmer aufgefordert, die erbrachte Leistung abzunehmen. Ich wurde unterstützt von Architekt Uwe Plößel, der mir seit der Vergabe eine große Hilfe ist und von meiner Schwester Susanne Fink-Beie, unserer Innenarchitektin. Wolff & Müller wurde durch den Oberbauleiter Eike Kühn, seiner Assistenz Lena Roppelt und dem Bauleiter Alexandros Tsiboukas vertreten.

Abzunehmen war die Gebäudehülle, das Treppenhaus, der Ausbau der beiden Obergeschosse, Keller und Tiefgarage. Wir begannen um 8 Uhr und waren bis nach 13 Uhr beschäftigt. Klar, niemand hatte erwartet, dass alles zu 100% perfekt ist und so schrieb Frau Roppelt 4 Seiten mit fehlenden Leistungen und Mängeln auf, die jetzt alle abgearbeitet werden müssen. Insbesondere bei den Außenanlagen ist noch Gas zu geben, wir bekommen am kommenden Montag die Möbel. Die Schreiner Arbeiten haben gestern begonnen und werden sich bis zu unserem geplanten Einzug am Montag übernächste Woche sicher noch hinziehen.

Auch die Telekom hat es in einer Woche geschafft, unser neues EDV Netz an die Außenwelt anzuschließen. Heute habe ich die erste Mail aus dem Gebäude geschrieben. Einem Umzug steht nun fast nichts mehr im Wege.

Die Impressionen sind von vorgestern, das war 12 Monate und 2 Wochen nachdem der erste Beton in das Kranfundament geflossen ist.

 

Bauen ohne BIM?

Ostersamstag Bayreuther Straße in Nürnberg

Nun habe ich seit 4 Monaten nichts mehr geschrieben, dem ein oder anderen ist es sogar aufgefallen :)!

Der Grund dafür ist hauptsächlich, dass nach der Fertigstellung des Rohbaus und dem Richtfest nicht mehr viel passiert ist, was mit BIM etwas zu tun hat. Wir sind in der Wirklichkeit deutscher Baustellen angekommen. Trotz großem zeitlichen Vorlauf habe ich eine baubegleitende Planung par excellence erleben dürfen. Teilweise mussten Entscheidungen innerhalb von 24 Stunden getroffen werden. Dem Druck, termingerecht fertig zu werden, wurden die anfangs hehren Pläne geopfert.

Das primäre Ziel der SOFiSTiK AG, nämlich bald in ein neues modernes Bürogebäude umziehen zu können, war logischerweise wichtiger als das Thema BIM. Letzteres war ja auch als Versuch gedacht, einfach mal zu machen und zu sehen wie es klappt.

Geklappt hat das Bauvorhaben soweit heute beurteilbar jedenfalls sehr gut. In einer guten Woche ist die Abnahme geplant und Ende Mai der Umzug. Wir haben also 3 Wochen um die IT zu installieren, den Schreiner diverse Einbauten machen zu lassen und die Möbel aufzustellen. Dabei können dann auch allfällige Restarbeiten und eventuelle Mängelbeseitigungen durch unseren Auftragnehmer erledigt werden. Mit wenigen Wochen Verzug sind wir jedenfalls sehr gut bedient! An dieser Stelle schon mal ein kleines Vorab-Lob für die Nürnberger Mannschaft von Wolff & Müller und ihre Subunternehmer.

Für heute gibt es noch ein paar Fotos von der Baustelle, engagierten Handwerkern und auch ein wenig skurriles, was mir so aufgefallen ist. Wenn wir eingezogen sind und auch die Nachtragsverhandlungen abgeschlossen sind, werde ich in weiteren Beiträgen berichten, was wir mit dem BIM Pilotprojekt lernen konnten. Das war nicht wenig!

Ein Mieter wird noch gesucht

Übrigens: Der Kopfbau im Erdgeschoß ist vermietet, wir werden im Juli die Nürnberger Niederlassung der Unternehmensberatung Steinbach & Partner im Gebäude begrüßen dürfen, weitere 330 m² hochwertige Bürofläche suchen noch einen zu uns passenden Mieter.

Schalungsbau mit BIM

Diese Woche bekam ich einen unerwarteten Anruf von Herrn Martin Schneider von der Doka Schalungstechnik aus Maisach. Er erzählte mir, dass sie unser BIM Modell verwendet haben um die Schalung für unseren Beton zu planen und dass sie auch einen kleinen Film gemacht haben. Gerne veröffentliche ich den Film und ein paar erläuternde Worte in meinem Blog.

Sehr geehrte Herr Fink,

anbei ein paar Zeilen zu unseren Mehrwerten durch das BIM-Modell:

  1. Das Planen und kontrollieren unserer Familien in Revit.War natürlich kein kompliziertes Projekt, jedoch trotzdem sehr hilfreich.
  2. Das Arbeiten zeitgleich an einem gemeinsamen Modell.
  3. Die Konfiguration der Arbeitsbereiche für eine unkomplizierte Zusammenarbeit.
  4. Die Zuweisung der einzelnen Phasen (Cycle planning in Revit)Besonderer Mehrwert für das 4D-Sequencing in Navisworks
  5. Automatische Ausgabe der Materiallisten
  6. Einfache Ableitung der 2D Pläne aus dem 3D-Modell.

Einfache Erstellung des Videos mit Doka Intro und Outro.

Wenn wir ehrlich sind war das Video nur ein Zusatz. Die 4D-Simulation hatten wir durch Navisworks, jedoch ist Navisworks nur ein Programm um das Sequencing zu erleichtern und um Clashes zu finden. Da es kein Render-Programm ist, war die Qualität nicht zufriedenstellend. Das war einer der Gründe warum wir die Bilder über Revit gerendert haben und diese dann zu einer 4D-Simulation zusammen gefügt habe.

Freundliche Grüße

Martin Schneider
Senior Technician „VDC / BIM“ | BIM Coordinator

Entwicklung Anwendungstechnik Deutschland

Ein weiterer Meilenstein: das Richtfest

Gestern konnten wir zusammen mit den Bauarbeitern, den Planern, Nachbarn und Mitarbeitern das Richtfest für unser neues Gebäude feiern. Knapp 3 Jahre nachdem Frank Deinzer und ich beim Notar den Kaufvertrag für das Grundstück unterschrieben haben und knapp 9 Monate nach Abschluss des Generalunternehmervertrages mit Wolff & Müller sind fast alle Betonarbeiten abgeschlossen worden. Die noch fehlende Einfahrtsrampe zur Tiefgarage behindert zumindest den weiteren Innenausbau nicht.

Nachdem der Maurerpolier sich nicht geschont hat und mit 3 vollen Gläsern der Bauherrschaft, dem Architekten und den Ausführenden gedankt hat,  schmetterte er das Glas wie es Tradition ist auf den Rohfußboden. So können die Nutzer des neuen Gebäudes ja nur noch Glück haben. Das größte Bruchstück habe ich eingesammelt, es wird seinen Platz im Gebäude finden.

Wie es sich gehört haben wir das erste kleine Fest im Hause feiern können, einige Impressionen finden sich hier.

In der Höhle

In der Cave

Im August hatten wir die Gelegenheit, den Planungsstand in der Cave des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in 3D anzusehen. Ermöglicht wurde dies durch eine Kooperation zwischen unserem Generalplaner Wolff & Müller und dem IAO. Wir, das waren neben Vertretern der Bauherrschaft Planer und Bauleiter.

Die Cave

Hauptbestandteil des Labors ist ein 3D-Projektionssystem mit einer 5,5 m langen und 3,4 m hohen Powerwall sowie einer integrierten 4-Seiten-Cave. Beides wird von 11 Projektoren betrieben, die 25 Millionen Pixel erzeugen und so kontrast- und lichtstark sind, dass auch viel Tageslicht kein Problem darstellt. Echtzeitvisualisierung und ein hochpräzises Trackingsystem erlauben das Eintauchen des Nutzers in die virtuelle Umgebung, was als Immersion bezeichnet wird. Die Verbindung des VR-Systems mit moderner Besprechungsinfrastruktur ermöglicht Meetings, die die Vorteile von klassischen Präsenz-Sitzungen und die der Virtualität voll ausnützen. So wird »Virtual Prototyping« zu »Immersive Engineering«. (Quelle: Webseite des IAO)

 

 

Alle Fotos: Nicole Baumgartner oder Marina Stiber

 

Das BIM Modell

Betrachtet haben wir das BIM Modell, an dem noch bis zuletzt heftig gearbeitet wurde. Es deckt die Gewerke Architektur, Tragwerksplanung (hier insbesondere das Bewehrungsmodell), Elektro, Sanitär, Heizung und Lüftung ab. Einige Räume sind exemplarisch in einem gesonderten Teilmodell bereits möbliert worden. Auch die Gebäude in der Umgebung wurden schematisch modelliert. Wie in früheren Beiträgen bereits beschrieben wurde dies komplett mit Autodesk REVIT modelliert.

Impressionen

Prinzipiell funktioniert das Ganze wie im Kino, wenn der Film in 3D produziert wurde.  Der Betrachter hat benötigt eine Brille mit polarisierenden Gläsern und hat einen dreidimensionalen Eindruck. Dies kann gut mit mehreren Personen gleichzeitig passieren. Eine Brille hat 8 weiße Kugeln, die von Kameras verfolgt werden. Damit kann der Träger dieser Brille sich bücken und beispielsweise unter einen virtuellen Tisch blicken, das Bild folgt in Echtzeit. Verblüffend!

Wie in REVIT können verschiedene Kategorien ein- aus- oder transparent geschaltet werden, was von gewissem Vorteil ist, wenn man die Bewehrung ansehen und überprüfen möchte.  Und das geht mit diesem Aufwand richtig gut, alle Eisen sind in natürlicher Größe dargestellt, ein erfahrener Ingenieur würde auch ohne Statik Fehler erkennen können. (Ersichtliche Fehler im Bewehrungsmodell haben wir aber nicht gefunden!)

Klar, manche Unstimmigkeit haben wir sofort gesehen, einige davon wären so auch nicht ausgeführt worden. Den Rauchmelder kann man schließlich nicht freischwebend im Treppenhaus montieren. Den Regenwasserablauf 20 cm über dem Zugangsweg hätte man so auch nicht gebaut, aber vielleicht hätte es Verzögerungen gegeben, weil die Längen der Anschlussteile nicht gepasst hätten.

Eindrucksvoll war die Haustechnik im transparenten Modell zu sehen, da bekommen wir eine ganze Menge geliefert. Und spannend auch die Prüfung der Blickbeziehungen von den künftigen Schreibtischen. Man konnte genau erkennen, was man da sieht, innen wie außen.

 

 

Fundamente und Bodenplatte

Im Juli ging das Bauen dann so richtig los, massive Einzelfundamente wurden ausgehoben, bewehrt und betoniert, dazwischen die Streifenfundamente auf denen die Kellerwände stehen werden. Danach die Bodenplatte, deren Oberfläche in der Tiefgarage ein flaches Walmdach darstellt, damit im Winter das Schmelzwasser von den Autos abfließen kann. Danach konnten die Stützen bewehrt und betoniert werden, die Halbfertigteile der Außenwände gestellt und betoniert und die Schalung für die Decke aufgebaut werden.

Beengte Verhältnisse

Bald war erkennbar, dass der Zeitplan nicht wirklich eingehalten werden konnte, was sicherlich zu einem großen Teil dem Umstand geschuldet ist, dass es auf der Baustelle fast keinen Lagerplatz gibt. Auch die Nachbarn müssen ein wenig leiden. Wenn Material mit schweren LKWs angeliefert wird, ist die halbe Straße blockiert. Aber anders geht es halt nicht.

Tropisches Wetter

Ein weiteres Problem war das Wetter. Auch wenn die Eisenflechter aus Portugal kommen und Hitze gewohnt sein mussten, im Juli war es am Nachmittag schon sehr schwer, in der Baugrube fehlerfrei zu arbeiten. Meine regelmäßigen Besuche auf der Baustelle hatten einige Nachbesserungen zur Folge, ich führe das auf die unerträgliche Hitze zurück.

Gespannt bin ich nun wirklich, ob der vereinbarte Fertigstellungstermin (31. März 2019) eingehalten werden kann, mir wird das von den Bauleitern immer wieder versichert.

 

Endlich fließt Beton

Betonierarbeiten am 29. Juli 2018

Nachdem die Baustelle nun langsam in Fahrt kommt, gibt es hier zur Abwechslung mal ein paar Schnappschüsse, ganz ohne BIM!

Warum es später geworden ist und  wie die letzten Schritte der Planung abgelaufen sind, werde ich in einem späteren Beitrag berichten.

Meine ersten Eindrücke vor Ort zeigen jedenfalls deutlich, dass das Team von Wolff & Müller das nicht zum ersten Mal macht, alles läuft strukturiert, aufgeräumt und professionell.

Der Baukran steht

 

Ganz ohne BIM passierte in den letzten Wochen einiges auf der Baustelle. Nach dem Einbringen der Träger für den Berliner Verbau konnte der Aushub beginnen. Am 30. April floss der erste Beton und seit gestern steht der Baukran.

Ich warte jetzt auf die Bohrungen zur Geothermie und danach mit den Bauarbeiten für die Fundamente und die Bodenplatte.

Seit einiger Zeit haben wir auch eine Webcam auf die Baustelle gerichtet, sie ist unter der Adresse bauenmitbim.net/Webcam erreichbar. Herzlichen Dank an unsere Nachbarn Bezold und Janota, an deren Giebelfenster wir die Kamera installieren durften.

Hier noch einige Bilder von der Baustelle:

Stargast am SOFiSTiK Seminar

Foto: Norbert Mebert und Willi Nemski

Quasi Stargast auf dem 26. SOFiSTiK Seminar letzte Woche in München war unser neues Gebäude. Klar, vorläufig nur digital, aber eine fertige Immobilie hätte man ja auch nicht nach München bringen können. 170 Gäste aus 20 Ländern hörten die zweistündige Key Session, in der alle an der Planung Beteiligten über ihre Erfahrungen berichteten. Vieles ist in diesem Blog ja bereits dokumentiert worden, aber eine komprimierte Darstellung des Planungsprozesses mit BIM aus Sicht des Bauherrn, des Entwurfs- und der Fachplaner hat es in dieser Form sicher noch nicht oft gegeben.

Alle haben sich bemüht, den BIM Prozess nicht in den Himmel zu loben, sondern auch kritisch die Punkte zu beleuchten, an denen noch Entwicklungsbedarf besteht. Eine ehrliche Darstellung dessen was geht und was noch nicht geht. Hierfür haben alle Referenten auch sehr positive Resonanz bekommen.

Podiumsdiskussion

Das Titelbild zeigt die von meinem Vorstandskollegen Frank Deinzer moderierte Podiumsdiskussion: Thomas Herbert (Brandschutzgutachter), Patrick Stumpf (Projektleiter Tragwerksplanung), Eberhard Beck (Architekt Genehmigung und Ausführungsplanung), Marina Stiber (BIM Koordinatorin Wolff & Müller), Gerhard Wirth (Entwurfsarchitekt), Hinrich Münzner (Tragwerksplanung) und meine Wenigkeit als Bauherrenvertreter (von rechts nach links). (Foto: Norbert Mebert und Willi Nemski)

Unser Modell dienste auch für ein beeindruckendes Intro, das auf YouTube zusehen ist.

Eine weitere schöne Visualisierung im Stadtmodell kommt von unserem Tragwerksplaner Boll & Partner.

PS: Eigentlich hätte ich mittlerweile eine lauffähige Webcam der Baustelle, leider wurde eine bereits erteilte Genehmigung eines Nachbarn wieder zurückgezogen, so dass rechts oben nur ein Platzhalter zu sehen ist. Schade!

 

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