Bauen ohne BIM?

Ostersamstag Bayreuther Straße in Nürnberg

Nun habe ich seit 4 Monaten nichts mehr geschrieben, dem ein oder anderen ist es sogar aufgefallen :)!

Der Grund dafür ist hauptsächlich, dass nach der Fertigstellung des Rohbaus und dem Richtfest nicht mehr viel passiert ist, was mit BIM etwas zu tun hat. Wir sind in der Wirklichkeit deutscher Baustellen angekommen. Trotz großem zeitlichen Vorlauf habe ich eine baubegleitende Planung par excellence erleben dürfen. Teilweise mussten Entscheidungen innerhalb von 24 Stunden getroffen werden. Dem Druck, termingerecht fertig zu werden, wurden die anfangs hehren Pläne geopfert.

Das primäre Ziel der SOFiSTiK AG, nämlich bald in ein neues modernes Bürogebäude umziehen zu können, war logischerweise wichtiger als das Thema BIM. Letzteres war ja auch als Versuch gedacht, einfach mal zu machen und zu sehen wie es klappt.

Geklappt hat das Bauvorhaben soweit heute beurteilbar jedenfalls sehr gut. In einer guten Woche ist die Abnahme geplant und Ende Mai der Umzug. Wir haben also 3 Wochen um die IT zu installieren, den Schreiner diverse Einbauten machen zu lassen und die Möbel aufzustellen. Dabei können dann auch allfällige Restarbeiten und eventuelle Mängelbeseitigungen durch unseren Auftragnehmer erledigt werden. Mit wenigen Wochen Verzug sind wir jedenfalls sehr gut bedient! An dieser Stelle schon mal ein kleines Vorab-Lob für die Nürnberger Mannschaft von Wolff & Müller und ihre Subunternehmer.

Für heute gibt es noch ein paar Fotos von der Baustelle, engagierten Handwerkern und auch ein wenig skurriles, was mir so aufgefallen ist. Wenn wir eingezogen sind und auch die Nachtragsverhandlungen abgeschlossen sind, werde ich in weiteren Beiträgen berichten, was wir mit dem BIM Pilotprojekt lernen konnten. Das war nicht wenig!

Ein Mieter wird noch gesucht

Übrigens: Der Kopfbau im Erdgeschoß ist vermietet, wir werden im Juli die Nürnberger Niederlassung der Unternehmensberatung Steinbach & Partner im Gebäude begrüßen dürfen, weitere 330 m² hochwertige Bürofläche suchen noch einen zu uns passenden Mieter.

BIM mal ganz anders

Wenn ich etwas sparsam mit Beiträgen die letzten Wochen war, dann lag das an der Urlaubszeit und auch daran, dass fleißig gebaut wurde. Wir man an der Webcam sieht, steht die Fertigstellung des Rohbaus kurz bevor. Höchste Zeit, die Weichen für den Ausbau zu stellen.

Treppengeländer

Letzte Woche hatten wir einen hochinteressanten Termin bei der Firma Willi Fink Metallbau GmbH um einen Mockup für unser Treppengeländer zu begutachten und die Ausführung freizugeben. Wir haben uns ja etwas besonderes ausgedacht: Die Stäbe des Geländers und die Begrenzung des Treppenhauses werden aus Bewehrungsstahl hergestellt, die an den Läufen und Podesten mit MBT Muffen verbunden werden. Geometrisch und von der Einbauplanung eine diffizile Angelegenheit.

Wir waren sehr gespannt auf das Modell und ich war gleich begeistert. Man konnte am Modell aber auch die eine oder andere kleine Unstimmigkeit erkennen und eine Lösung finden.

 

Planung mit CAD/CAM

CAD/CAM ist ja in der Fertigung ein aller Hut, aber es ist genau das, was wir unter BIM verstehen. Aus dem REVIT Modell wird ein Teilmodell erstellt, mit IGES als Austauschformat an eine Software zur Ausführungsplanung von Stahlkonstruktionen übergeben. Dort erfolgt dann das was wir am Bau als Detailplanung verstehen. Es war hochinteressant, mit welcher Geschwindigkeit der Mitarbeiter von Willi Fink mit uns die letzten Feinheiten an den Treppenwangen in sein Modell übernommen hat. Da die Genauigkeit der Ausführung der Betonbauteile weit unter den Möglichkeiten des Stahlbaus liegt, muss vor der Ausführung am Bau nachgemessen werden. Bin mal gespannt, ob das schon mit Laserscan passieren wird. Danach geht das Schneiden der Bleche und das Setzen der Löcher automatisch mit einer Genauigkeit von 1/10mm.

3-D-PDF

Und selbstverständlich erzeugt die vom Metallbauer verwendete Software auch das 3-D-PDF Format, so dass jeder, der einen Acrobat Reader hat, sich das Modell dreidimensional ansehen kann. Freundlicherweise darf ich die Dateien hier veröffentlichen.

Und zuletzt …

… möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Willi Fink weder verwandt noch verschwägert mit mir ist, ich habe ihn letzte Woche kennen gelernt. Mein Opa aus Berlin, der leider schon vor meiner Geburt verstorben ist und als Elektrotechniker ein Radio- und Fernsehgeschäft in Berlin führte, hieß auch Willi Fink.

 

 

 

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