In der Höhle

In der Cave

Im August hatten wir die Gelegenheit, den Planungsstand in der Cave des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in 3D anzusehen. Ermöglicht wurde dies durch eine Kooperation zwischen unserem Generalplaner Wolff & Müller und dem IAO. Wir, das waren neben Vertretern der Bauherrschaft Planer und Bauleiter.

Die Cave

Hauptbestandteil des Labors ist ein 3D-Projektionssystem mit einer 5,5 m langen und 3,4 m hohen Powerwall sowie einer integrierten 4-Seiten-Cave. Beides wird von 11 Projektoren betrieben, die 25 Millionen Pixel erzeugen und so kontrast- und lichtstark sind, dass auch viel Tageslicht kein Problem darstellt. Echtzeitvisualisierung und ein hochpräzises Trackingsystem erlauben das Eintauchen des Nutzers in die virtuelle Umgebung, was als Immersion bezeichnet wird. Die Verbindung des VR-Systems mit moderner Besprechungsinfrastruktur ermöglicht Meetings, die die Vorteile von klassischen Präsenz-Sitzungen und die der Virtualität voll ausnützen. So wird »Virtual Prototyping« zu »Immersive Engineering«. (Quelle: Webseite des IAO)

 

 

Alle Fotos: Nicole Baumgartner oder Marina Stiber

 

Das BIM Modell

Betrachtet haben wir das BIM Modell, an dem noch bis zuletzt heftig gearbeitet wurde. Es deckt die Gewerke Architektur, Tragwerksplanung (hier insbesondere das Bewehrungsmodell), Elektro, Sanitär, Heizung und Lüftung ab. Einige Räume sind exemplarisch in einem gesonderten Teilmodell bereits möbliert worden. Auch die Gebäude in der Umgebung wurden schematisch modelliert. Wie in früheren Beiträgen bereits beschrieben wurde dies komplett mit Autodesk REVIT modelliert.

Impressionen

Prinzipiell funktioniert das Ganze wie im Kino, wenn der Film in 3D produziert wurde.  Der Betrachter hat benötigt eine Brille mit polarisierenden Gläsern und hat einen dreidimensionalen Eindruck. Dies kann gut mit mehreren Personen gleichzeitig passieren. Eine Brille hat 8 weiße Kugeln, die von Kameras verfolgt werden. Damit kann der Träger dieser Brille sich bücken und beispielsweise unter einen virtuellen Tisch blicken, das Bild folgt in Echtzeit. Verblüffend!

Wie in REVIT können verschiedene Kategorien ein- aus- oder transparent geschaltet werden, was von gewissem Vorteil ist, wenn man die Bewehrung ansehen und überprüfen möchte.  Und das geht mit diesem Aufwand richtig gut, alle Eisen sind in natürlicher Größe dargestellt, ein erfahrener Ingenieur würde auch ohne Statik Fehler erkennen können. (Ersichtliche Fehler im Bewehrungsmodell haben wir aber nicht gefunden!)

Klar, manche Unstimmigkeit haben wir sofort gesehen, einige davon wären so auch nicht ausgeführt worden. Den Rauchmelder kann man schließlich nicht freischwebend im Treppenhaus montieren. Den Regenwasserablauf 20 cm über dem Zugangsweg hätte man so auch nicht gebaut, aber vielleicht hätte es Verzögerungen gegeben, weil die Längen der Anschlussteile nicht gepasst hätten.

Eindrucksvoll war die Haustechnik im transparenten Modell zu sehen, da bekommen wir eine ganze Menge geliefert. Und spannend auch die Prüfung der Blickbeziehungen von den künftigen Schreibtischen. Man konnte genau erkennen, was man da sieht, innen wie außen.

 

 

Stargast am SOFiSTiK Seminar

Foto: Norbert Mebert und Willi Nemski

Quasi Stargast auf dem 26. SOFiSTiK Seminar letzte Woche in München war unser neues Gebäude. Klar, vorläufig nur digital, aber eine fertige Immobilie hätte man ja auch nicht nach München bringen können. 170 Gäste aus 20 Ländern hörten die zweistündige Key Session, in der alle an der Planung Beteiligten über ihre Erfahrungen berichteten. Vieles ist in diesem Blog ja bereits dokumentiert worden, aber eine komprimierte Darstellung des Planungsprozesses mit BIM aus Sicht des Bauherrn, des Entwurfs- und der Fachplaner hat es in dieser Form sicher noch nicht oft gegeben.

Alle haben sich bemüht, den BIM Prozess nicht in den Himmel zu loben, sondern auch kritisch die Punkte zu beleuchten, an denen noch Entwicklungsbedarf besteht. Eine ehrliche Darstellung dessen was geht und was noch nicht geht. Hierfür haben alle Referenten auch sehr positive Resonanz bekommen.

Podiumsdiskussion

Das Titelbild zeigt die von meinem Vorstandskollegen Frank Deinzer moderierte Podiumsdiskussion: Thomas Herbert (Brandschutzgutachter), Patrick Stumpf (Projektleiter Tragwerksplanung), Eberhard Beck (Architekt Genehmigung und Ausführungsplanung), Marina Stiber (BIM Koordinatorin Wolff & Müller), Gerhard Wirth (Entwurfsarchitekt), Hinrich Münzner (Tragwerksplanung) und meine Wenigkeit als Bauherrenvertreter (von rechts nach links). (Foto: Norbert Mebert und Willi Nemski)

Unser Modell dienste auch für ein beeindruckendes Intro, das auf YouTube zusehen ist.

Eine weitere schöne Visualisierung im Stadtmodell kommt von unserem Tragwerksplaner Boll & Partner.

PS: Eigentlich hätte ich mittlerweile eine lauffähige Webcam der Baustelle, leider wurde eine bereits erteilte Genehmigung eines Nachbarn wieder zurückgezogen, so dass rechts oben nur ein Platzhalter zu sehen ist. Schade!

 

Es geht los!

Wenn ich vor Weihnachten noch skeptisch über den weiteren Ablauf war, so hat sich das im Laufe des Januars deutlich geändert. Ich konnte letzte Woche einen mündlichen Generalunternehmerauftrag an die Zweigniederlassung Erfurt der Fa.  Wolff & Müller erteilen, wir sind uns einig geworden! Ende Februar soll es losgehen, und bereits Mitte August ist nach Bauzeitenplan die oberste Decke betoniert, so dass wir Anfang September ein Richtfest feiern können. Und für Ende März ist und bereits die Fertigstellung und Übergabe versprochen worden, so dass wir im April nächsten Jahres an einen Umzug denken können.

Das Vergleichsangebot

Wie berichtet war ich seit Oktober ziemlich beschäftigt, weitere Angebote einzuholen, was nicht ganz einfach war. Vor Weihnachten bekam ich ein seriöses Angebot der GS Schenk Schlüsselfertigbau GmbH, einem alt eingesessenen lokalen Anbieter. Es lag etwas über der Schätzung von über einem Jahr, also deutlich unter dem Angebot von Wolff & Müller.  Da wir ja keine Ausschreibungsunterlagen hatten, war es aber nur bedingt vergleichbar, es waren unmittelbar erkennbar Leistungen ausgeschlossen, die bei Wolff & Müller dabei waren. Das war nun nicht verwunderlich, hatte Wolff & Müller Stuttgart ja die Planung gemacht und Erfurter haben den Prozess begleitet.

Ein weiterer alteingesessener lokaler Anbieter hat mir für Ende Januar ein Angebot versprochen. Davon erhoffte ich mir mehr Klarheit darüber, wo der Markt liegt. Leider wurde mir Mitte Januar abgesagt, die Firma schob eine solche Bugwelle an Arbeit aus dem letzten Jahr vor sich her und wollte mir keine falschen Versprechungen und Hoffnungen machen.

Planungsfortgang und professionelle Hilfe

Mittlerweile war die Werkplanung weiter fortgeschritten und wir haben bei einem virtuellen Rundgang durch das Gebäude die Verbindungstreppe vereinfacht. Ich bat meine beiden verbliebenden Kandidaten auf Basis des aktuellen Planungsstandes ihre Angebote zu überarbeiten. Dann habe ich mir, vermittelt durch unseren Entwurfsarchitekten Gerhard Wirth die Dienste von Architekt Uwe Plößel, einem Profi für Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung gesichert. Mit ihm haben wir die Alternativen untersucht. Das Bauvorhaben zu verschieben und auf ein Abkühlen der Baukonjunktur zu warten erschien aber ebenso wenig sinnvoll wie eine Vergabe nach Gewerken. Die Unsicherheit ein vernünftiges Angebot speziell für die Haustechnik zu bekommen wäre uns ja geblieben und es hätte eine Verzögerung von mindestens einem halben Jahr nach sich gezogen. Herr Plößel konnte mir aber sagen, dass das Angebot GS Schenk viel näher an seinen Erfahrungswerten lag als das von Wolff & Müller.

Vergabe

In einem ersten Gespräch mit GS Schenk haben wir verschiedene Fragen geklärt und konnten das Angebot vergleichbarer machen. Es lag sehr nahe an dem was Herr Plößel uns sagte, was das Bauvorhaben seiner Meinung nach kosten darf. Die Firma GS Schenk mit den Herren Martin Lauterbach und Peter Saam machte zudem einen sehr kompetenten und seriösen Eindruck. Schon vor dem Termin hat sich Wolff & Müller deutlich bewegt, die weiter fortgeschrittene Planung hätte dies ermöglicht. Zusätzlich wurde uns der oben beschriebene Bauzeitenplan vorgelegt, Schenk wäre mindestens ein halbes Jahr später fertig geworden.

Die Entscheidung

Neben der Tatsache, das Wolff & Müller quasi in den Startlöchern stand und im März die ersten Profile für den Berliner Verbau einbringen kann hat es mich auch davor gegraust, ein Jahr lang zwischen Firmen koordinieren zu müssen, falls es über die Planung unterschiedliche Ansichten gibt. Letztlich fehlt GS Schenk die Erfahrung mit BIM und hätte nach konventionellen zweidimensionalen Unterlagen gebaut und abgerechnet. Damit war klar, dass Wolff & Müller durchaus teurer sein darf, es gab aber natürlich eine Schmerzgrenze, die wir uns vorher überlegt hatten. Nachdem die unterschritten war, habe ich einen mündlichen Auftrag erteilen können. SOFiSTiK und Wolff & Müller freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit, was gleich mit einem Gläschen Sekt begossen wurde, ein standesgemäßes Getränk (Bier) war nicht in Reichweite. (Meine Ballonfreunde werden die Herkunft des Sekts auf dem Bild erkennen)

v.l.n.r: Thomas Fink, Dennis Blosa (Oberbauleiter), Frank Bauernfeld (Kalkulator), Torsten Bieler (Niederlassungsleiter) und Architekt Uwe Plößel

Der zweite Sieger

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es mit schwer gefallen ist, GS Schenk abzusagen. Sie haben uns sehr geholfen und fachlich wie menschlich einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass sie Interesse an BIM gezeigt haben und wir werden in Ihrem Hause eine Einführungsveranstaltung durchführen. Auch mit Ihnen hätte ich gerne gebaut!

 

Baugenehmigung und Zwischenbilanz

Eine Woche vor Weihnachten war die lange ersehnte Baugenehmigung im Briefkasten, erfreulicherweise wurde das Projekt so genehmigt wie es geplant und mit der Stadt vor besprochen war. Da waren wir uns angesichts der langen Bearbeitungszeit nicht mehr so sicher – umso größer der Stein, der vom Herzen gefallen ist!

Nun könnten wir im Neuen Jahr mit dem Bauen anfangen, sobald die Witterung es zulässt. Warum der Konjunktiv? Wir haben wie berichtet der Firma Wolff & Müller einen Generalplanungsauftrag gegeben, in der festen Annahme, dass diese uns auch ein Angebot als Generalunternehmer in der Höhe ihrer damaligen Schätzung (oder leicht darüber) macht. Leider lag das Angebot letztlich um knapp 25% über der Schätzung, die für die Ermittlung des Planerhonorars vorlag. Dies konnten wir uns nicht mit gestiegenen Baupreisen erklären.

Die einzige seriöse Methode um festzustellen, ob das Angebot von Wolff & Müller fair ist, war Vergleichsangebote einzuholen. Damit war ich seit Mitte Oktober beschäftigt und irgendwie kommt mir das wie die Planersuche im letzten Jahr vor. Ich habe sehr viele Kollegen gesprochen, die gerne für die und mit der SOFiSTiK ein BIM Pilotprojekt erstellen möchten, aber leider sind alle Firmen auf Monate hinaus über ihre Kapazität hinaus beschäftigt. Die Zeit ist nicht gut für Bauherren. Ich denke, ich werde zu gegebener Zeit einen eigenen Beitrag über dieses Thema schreiben.

Vor dem Jahreswechsel ist aber ein guter Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz des bisherigen Projektverlaufes zu ziehen.

Eindeutig Positiv war …

… meine Entscheidung, die Planung von Anfang an bis einschließlich Ausführungsplanung zu beauftragen hat sich als richtig erwiesen. Normalerweise würde man erst nach Erteilung der Baugenehmigung mit der Werkplanung beginnen, wir hätten weitere Zeit verloren. Darüber hinaus ist es bei einer Planung mit BIM fair den Planenden gegenüber, die ersten Planungsphasen werden hier durch die HOAI nicht ausreichend honoriert.

Als hinderlich erwiesen hat sich …

… eine Baufirma als Generalplaner. Ich bin ja davon ausgegangen, dass es sinnvoll ist eine Baufirma von Anfang an im Boot zu haben. Dies hat bislang die Planung auch positiv beeinflusst. Nun ist die Baufirma zwar ein Familienunternehmen, aber doch auch ein Konzern. In der Stuttgarter Zentrale wurde geplant, gebaut sollte von der Nürnberger Niederlassung aus, die aber auch überlastet ist und jetzt haben wir ein Angebot aus Erfurt bekommen. In Erfurt kalkuliert man nun anders als in Stuttgart und so nahm das Geschehen seinen Lauf. Zwischendurch habe ich immer wieder das Gefühl mit zwei verschiedenen Firmen gleichen Namens zu sprechen, aber wie das wohl wird, wenn meine Planer eine Fremdfirma während der Bauphase betreuen dürfen?

Unklar ist noch …

… ob es für den Abschluss eines Generalunternehmervertrages hilfreich ist,  alles schon genau geplant zu haben und dem Bieter ein BIM-Modell anbieten zu können. Bei Wolff & Müller bekomme ich den Verdacht nicht los, dass alle Details durchdacht, geplant und kalkuliert wurden und danach der gleiche Risikoaufschlag einkalkuliert wurde, der bei herkömmlicher Planung üblich ist. Das könnte eine Erklärung für die Preissteigerung sein. Die anderen Bieter bekommen zwar alle Pläne, ein Revit oder IFC Modell und eine funktionale Baubeschreibung. Dennoch sind die Angebote nicht so ohne weiteres vergleichbar. Man wird sehen, wie sich das im nächsten Jahr entwickelt.

Auf alle Fälle wird es auch in 2018 spannend!

 

 

Der erste Spatenstich

Am 21. Juli – dem Tag vor dem 30. Jahrestag der Gründung der SOFiSTiK GmbH – haben wir nun mit einem kleinen Baustellenfest einen symbolischen ersten Spatenstich durchgeführt. Wie es sich für echte Bauleute gehört, nicht mit einem Spaten, sondern mit einem Bagger.

Spatenstich

Nachbarn, Vorbesitzer, Lieferanten, Kunden, Planer, Freunde des Hauses und Mitarbeiter, knapp 100 Personen waren Zeuge, wie bei bestem Sommerwetter mein Kollege Frank Deinzer und ich die erste Baggerschaufel aus unserem Baugrund entfernten. (Da wir ja noch keine Baugenehmigung haben, wurde das Loch nach Abreise der Gäste sauber wieder verfüllt!)

4 kurze Reden

Zuvor brachte mein Mitgründer Prof. Casimir Katz in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der SOFiSTiK in Erinnerung. Ich referierte über das Thema BIM als Bauherr, danach legte Herr Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH dar, was sich eine Baufirma von der neuen Technologie verspricht. Eberhard Beck, unser Architekt für die Genehmigungs- und Ausführungsphase redete über die Potentiale, die sich mit BIM für seinen Berufsstand eröffnen. Harald Riedel, berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und Stadtkämmerer freute sich nicht nur über die Aussichten künftig steigender Gewerbesteuereinnahmen sondern insbesondere auch darüber, mit der SOFiSTiK einen weiteren Hidden Champion in seiner Stadt zu haben.

v.l.n.r: Frank Deinzer, Stefan Maly, Steffen Schönfeld, Eberhard Beck, Thomas Fink, Casimir Katz, Harald Riedel, Dirk v. Vopelius

3-D-Präsentationen

Wie sich sich für ein BIM-Projekt gehört konnten sich die Besucher nicht nur an “3 im Weckla” stärken, sondern auch an 3 Stationen virtuell durch das künftige Gebäude gehen. Das Fraunhofer Institut Stuttgart brachte einen 3-D-Fernseher mit, unsere Planungspartner Wabe-Plan und gm planen + beraten waren in einer Garage (Danke an unsere Nachbarn Familie Herzog) mit ihren Datenbrillen ein  heiß umlagertes Ziel der Besucher.

Gefreut hat mich die durchwegs positive Resonanz der Nachbarn, die an den Visualisierungen naturgemäß ein großes Interesse hatten.

Nun warten wir weiter auf die Baugenehmigung, haben in der Zwischenzeit aber genügend mit weiteren Feinabstimmungen in der Planung zu tun. Wir warten auch gespannt auf das Preisangebot der Fa. Wolff & Müller, schliesslich müssen wir ja noch einen Generalunternehmerauftrag erteilen.

Das Loch

Übrigens: Wolff & Müller hat eine sehr gute Presseerklärung zu unserem Projekt verfasst.

Holzaktion

Bauen mit BIM! Klare Sache, haben wir uns so vorgenommen.

Heute möchte einmal ich über Dinge in den letzten Wochen berichten, die früher auch nicht anders waren, zuletzt über eine Aktion, die mit BIM rein gar nichts zu tun hatte.

Ausführungsplanung und Genehmigungsbehörde

Nachdem wir vor Ostern eine Eingabeplanung eingereicht haben, wurde auf Anforderung der Bauordnungsbehörde mittlerweile zweimal ergänzende Unterlagen nachgereicht, die natürlich mit BIM produziert wurden. Eingereicht wurden sie als “plattgewalzte” Pläne. Wo hätten der Architekt und ich sonst auch unterschreiben können? Ansonsten gibt es jetzt alle 2 Wochen einen Jour Fix mit allen Planern. Wie im früheren Leben ist es auch mit BIM nicht so, dass jeder Planer so ganz im Zeitplan ist. Mehr verrate ich hier aber nicht! Ich hoffe, dass sich alle “Knoten” mit Hilfe von BIM letztendlich auflösen werden.

Kommunikation mit Nachbarn

Da unsere Tiefgarage sehr nah bzw. ganz an der Grundstücksgrenze verlaufen soll, haben wir verschiedene Gespräche mit den Nachbarn geführt. Es geht hier um die spätere Gestaltung der gemeinsamen Grenze. Eine Nachbargarage muss unterfangen werden und teilweise ist auch hilfreich, wenn die Baufirma den Verbau temporär auf dem Nachbargrundstück errichten darf. Hat mit BIM auch nichts zu tun. Erfreulicherweise sind unsere Nachbarn sehr freundlich und kooperativ.

Innenausbau

Nachdem die Form der Gebäudehülle und die Lage der Innenwände geplant sind, steht nun eine ganze Menge an Detailplanung für den Innenausbau und die Haustechnik an. Wie berichtet ist ja unsere Innenarchitektin noch “vom alten Schlag” und plant 2D. Wir bekommen von ihr aber sehr aussagekräftige kolorierte Pläne, die für die Diskussion mit den künftigen Nutzern erstmal völlig ausreichen. Damit können Festlegungen getroffen werden und wenn uns klar ist, was wir wollen, arbeitet es unser Architekt in das BIM Modell ein. Aber darüber wollte ich ja heute nicht schreiben!

Details aus unserem neuen Sozialraum

Holzaktion

Und ganz zuletzt die Holzaktion. Unser Grundstück liegt ja nun schon einige Jahre brach und ist einigermaßen zu gewuchert. Um keinen Termin zu versäumen hat mein Kollege Frank Deinzer die Sträucher bereits vorab gerodet. Letzten Samstag wurde dies unter tatkräftiger Mithilfe einiger unserer Mitarbeiter klein geschnitten und gehäckselt. Damit steht die Fläche für unseren ersten Spatenstich und für die spätere Baustelle zur Verfügung. Eine tolle Gemeinschaftsaktion! Meine Aufgabe war es, mit einer Biergarnitur, 2kg frisch gebratenem Leberkäse und einer Tüte mit Brezeln und Salzstangen sowie Getränken gegen Mittag zur Brotzeit zu erscheinen.

 

Das SOFiSTiK Team

Brotzeit ist die beste Zeit

 

 

BIM: Wie fange ich an? 7 gute Tipps für den Start mit BIM

10 Monate nach dem Start meines Blogs möchte ich einmal etwas allgemeines über BIM schreiben. Ich werde oft gefragt, wie man als Planer am besten mit der Thematik anfängt. Ich bin zwar Tragwerksplaner, denke aber, dass die folgenden Tipps auch für andere Gewerke gelten. Vielleicht nutzt auch mal jemand die Kommentarfunktion? Das Thema bietet sich an!

 

1.      Ignorieren Sie das Thema nicht!

Über BIM wird nun schon seit vielen Jahren geredet. Vor 10 Jahren war es richtig, das Thema erst einmal zu ignorieren und die Entwicklung abzuwarten. Dies hat sich aber mittlerweile geändert. Die technische Entwicklung ist soweit fortgeschritten, dass viele Bauherren für geeignete Projekte die Anwendung von BIM verlangen oder in naher Zukunft verlangen werden, weil – insbesondere im Hochbau – die Vorteile für den Bauherrn mittlerweile bewiesen sind. Wer jetzt wartet, bis er zur Anwendung von BIM gezwungen wird, ist vermutlich zu spät dran und wird den Auftrag vielleicht gar nicht bekommen.

2.      Fangen Sie mit little BIM an

BIM ist nicht nur dann BIM, wenn alle an Planung und Bau Beteiligten BIM anwenden. Eine Voraussetzung hierfür ist nämlich, dass alle die Anwendung in ihrem Fachgebiet verstehen. So wie jeder Orchestermusiker sein Instrument beherrschen und seine Noten kennen muss, bevor eine erste gemeinsame Probe Sinn macht, muss jeder an einem Big-BIM Projekt Beteiligte seine Prozesse und Arbeitsmittel kennen. Zudem zeigen die Erfahrungen zahlreicher früher Anwender, dass die Anwendung von BIM nur für die eigenen Prozesse ökonomisch und qualitativ höchst erfolgreich sein kann. So modellieren einige Tragwerksplaner ein 3-D-Modell auch wenn Sie vom Architekten 2-D Pläne bekommen um damit eine konsistente Berechnung, Positions- Schal und Bewehrungspläne erstellen zu können.

3.      Holen Sie sich externe Beratung und Schulung

Klar, kein guter Berater wird für billiges Geld tätig. Dennoch wird sich eine qualifizierte Beratung und Schulung immer amortisieren. Überlegen Sie, was es kostet, wenn Ihre Mitarbeiter sich das erforderliche Wissen selbst aneignen.

4.      Investieren Sie in Standards (Template und Familien)

Allen BIM Programmen ist zu eigen, dass sie ein erheblich strukturierteres Planen und Denken erfordern als CAD. Dies führt in der Regel auch zu höherer Qualität des Planungsergebnisses. Erreicht wird dies durch die Verwendung von Projektvorlagen und Familien. Letzteres ist vergleichbar mit den Blöcken in CAD, allerdings auf einem erheblich höheren Niveau. Investieren Sie in Bibliotheken mit Familien und pflegen Sie diese weiter, wenn sie im Projektverlauf verbessert werden.

5.      Investieren Sie in Ihre Mitarbeiter

„It’s all about people! “. Der Erfolg eines BIM Projekts wird nicht durch Computer, sondern durch Menschen erreicht. Mit gut geschulten Mitarbeitern steigern Sie die Erfolgsaussichten Ihres Projekts ganz erheblich. Es lohnt sich auch, bei Neueinstellungen die BIM Kompetenz zusätzlich zu den bisher verlangten Kompetenzen abzufragen. Schon ein Spezialist auf diesem Gebiet kann seine Kenntnisse im Team weitergeben und somit mithelfen, die Zukunft Ihrer Organisation sichern.

6.      Denken Sie nicht in alten Mustern

BIM bedeutet „Wir“ statt Ich. Es funktioniert nicht, wenn wir weiter in alten Mustern denken. Wir müssen lernen, ein Bauwerk gemeinsam und nicht gegeneinander zu planen und zu bauen. Das typisch deutsche Bedenkenträgertum kann nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Auch die bisher übliche Arbeitsteilung zwischen Konstrukteuren und Ingenieuren wird sich verändern. Teams aus beiden Berufsgruppen werden parallel und nicht nacheinander ein Projekt bearbeiten. Es ist klar, dass Pläne noch eine längere Zeit das Ergebnis des Planungsprozesses sein werden. Diese Pläne sind aber Abfallprodukte aus einem Modellierungsprozess, die schon nicht mehr alle Informationen enthalten.

7.      Geben Sie nach ersten Rückschlägen nicht auf

Jeder, der etwas Neues anfängt, wird nicht immer beim ersten Mal erfolgreich sein. Auch BIM ist ja kein Allheilmittel, Sie werden anfangs Rückschläge erleiden. Geben Sie nicht auf, Durchhaltevermögen lohnt sich. Und selbst wenn Sie aus Zeitgründen im Projektverlauf auf die herkömmliche Arbeitsweise wechseln müssen: Analysieren Sie danach, was falsch gelaufen ist und was verbessert werden muss. Nur so kann es beim nächsten Projekt besser werden.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Baubesprechnung mit herkömmlichen Medien

Wie in den vorigen Beiträgen beschrieben, plant ein engagiertes und kompetentes Team nach BIM Methoden für einen Bauherrn, der von BIM völlig überzeugt ist, ein Bürogebäude. Der Bauherr wird von einem Architekten und einer Innenarchitektin begleitet, die vorher keine Berührung mit BIM hatten und erst so langsam versuchen zu verstehen, welche Vorteile diese Methode für uns alle haben kann.

Vorteile kann Sie haben, insbesondere, wenn man einmal soweit ist, viele herkömmliche Vorgehensweisen über Bord zu werfen und vollständig im Kopf umgeparkt hat. Ich erzähle jetzt mal ein paar Dinge, die beim nächsten Projekt sicher noch besser laufen. Aber vielleicht hat das ja auch mit BIM gar nichts zu tun (siehe Titel)? Ich möchte damit in keinster Weise meine Auftragnehmer schlecht machen, das sind sie ja nun wirklich nicht, ganz im Gegenteil!

Denken in Plänen

Da wird immer noch gerne in Plänen gedacht. Ich hatte von Anfang an vereinbart, lesenden Zugang zu dem Server bei Wolff & Müller zu bekommen, auf dem das Team arbeitet. Meine Idee war, dass ich aus dem Revit Modell mehr ablesen kann als aus Plänen und das allen Beteiligten nur helfen kann. Ich hatte fast den Eindruck, dass seitens einiger Mitarbeiter der Baufirma etwas gemauert wurde. Ich sollte nur freigegebene Planstände mit zugehörigem Modell erhalten. Alte Denke in meinen Augen, es geht mir ja nicht darum, irgendwelche Vertragsverletzungen zu recherchieren, mit denen ich Abzüge bei der Schlussrechnung begründen kann. Vielmehr ist eines der wichtigsten Ziele, gemeinsam alle Planungsfehler (auch die der anderen) so frühzeitig zu erkennen, dass sie ohne große Kosten ausgebügelt werden können. Ich könnte statt von Fehlern auch von Planungsvarianten sprechen, zu Fehlern werden sie ja erst im Laufe der Zeit.

Der modellierte Windfang

Baubesprechnung mit Architekten

Mittlerweile kann ich mir jede Woche einen Planstand des Revit Modells runterladen. Das Architektenteam hätte sich einige Arbeit erspart, wenn ich das schon vorher gekonnt hätte. Sie dachten nämlich, Ihrem Bauherrn würde ein schicker Windfang am Eingang gut gefallen und hatten diesen ohne weitere Rücksprache sorgfältig modelliert. Bei der nächsten Baubesprechung war die Überraschung groß, als ich spontan sagte: “Einen Windfang benötigen wir nicht!”. Man hätte hier natürlich auch zum Telefonhörer greifen oder zumindest eine erste Bleistiftskizze an uns senden können ……

Zeitplan

Und dann ging es darum, dass wir irgendwann ja auch einmal eine Eingabeplanung bei der Stadt Nürnberg einreichen wollen. Da die Genehmigungszeiten derzeit zwischen 4 und 6 Monaten liegen sollte dies nicht zu spät erfolgen. Wir haben beschlossen, dass dazu die äußeren Abmessungen, das Tragsystem, die Einteilung in Büro-, Verkehrsflächen und Funktionsräume sowie die Außenanlagen und die prinzipielle Funktion der Haustechnik fertig geplant sein sollten, leichte Trennwände aber noch verschoben werden können. Diese sollten erst im Rahmen der Ausführungsplanung fixiert werden. Darauf meinte mein Nürnberger “Nicht-BIM-Architekt” Gerhard Wirth spontan: “Das ist ja genauso wie wir es immer machen”.

Ich bin überzeugt, dass BIM dogmatisch auch nicht die optimale Lösung ist. Wenn der Aushub beginnt, wollen wir eine vollständige Planung mit Möblierung und Platzaufteilung der Mitarbeiter fertig haben.

Fazit

Die meisten der alten Tugenden bei der Bauplanung sind weiterhin hilfreich, insbesondere die persönliche Kommunikation darf nicht durch einen Server abgewickelt werden.

PS: Der Bauantrag ist mittlerweile eingereicht, ich werde ihn im nächsten Beitrag vorstellen.

Baut ihr noch nicht?

Blick aus der Vogelperspektive aus westlicher Richtung (Planungszwischenstand)

Baut ihr noch nicht? Diese Frage hörte ich vor einigen Tagen ein paar Mal, als ich als Gast der Bundesingenieurekammer auf deren parlamentarischen Abend in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin teilnehmen durfte. BIM war hier eines der wichtigen Themen, es wurde an vielen Tischen eifrig diskutiert, im Bild spreche ich u.a. mit Sigi Wernik, dem langjährigen Vorsitzenden von Building Smart Deutschland und (verdeckt) Martin Falenski, dem Hauptgeschäftsführer der Bundesingenieurkammer.

Nein, wir bauen noch nicht, wir planen noch! So meine Antwort. Das haben dann meine Kollegen aus der bayerischen Kammer und  von Building Smart auch gleich verstanden. BIM zwingt ja quasi zu dieser Reihenfolge, weil es baubegleitend nun wirklich nicht besonders gut geht. Unser Planungsteam ist in den letzten Wochen sehr fleißig gewesen und ist auch schon kurz vor dem Einreichen der Eingabeplanung. Dabei fiel mir angenehm auf, dass die frühzeitige Beteiligung aller Fachingenieure  wesentlich validere Planungsstände erzeugte. Dies wurde vom Architekten keineswegs nur akzeptiert sondern – so fühlt es sich für mich an – sogar sehr begrüßt.

Trennung von Planung und Ausführung

Heißere Diskussionen hatte ich mit Vertreterinnen der Bundesarchitektenkammer über die Thematik Trennung von Planung und Ausführung. Für die Architektenschaft ein hohes Gut, so schien es mir. Und unser Plan sieht ja ganz bewusst vor, die Baufirma von Anfang an mit einzubinden. Hiervon versprechen wir uns ja nicht Mehrkosten sondern eine wirtschaftlichere Erstellung, weil bei der Planung bereits auf die Kompetenz der ausführenden Kollegen zurückgegriffen werden kann. Heiße Diskussionen bei denen mir am Ende konzediert wurde, dass bei einem fachkundigen Bauherrn wie der SOFiSTiK und angesichts der Einschaltung eines qualitätssichernden Architekten als Berater des Bauherrn das Vorhaben sinnvoll sein könnte.

Ich weiß es ja auch nicht sicher, möchte aber gerne mit unserem Bauvorhaben den Beweis erbringen, dass es sich lohnt, mehr Geld und Zeit in die Planung zu stecken um dann in der Ausführung Geld, Zeit und Nerven zu sparen. Ich werde weiter berichten.

Übrigens: In der Entwicklungsabteilung der SOFiSTiK wurden unsere für den Sommer geplanten neuen Programmfeatures sofort an unserem Projekt getestet. Das ist ja ein Abfallprodukt aus unserem Bauvorhaben, das uns helfen wird, praxistaugliche BIM Software anzubieten.

Die Suche

Architektenskizzen aus dem Workshop

Wie im Juli berichtet, wollen wir einen Generalübernehmer suchen, der mit einem Planungsteam in einer ersten Phase die Genehmigungs- und Ausführungsplanung nach unseren Vorüberlegungen ausführt und dann in einem zweiten Schritt mit der Ausführung beauftragt wird. Bereits vor der Sommerpause nahm ich Kontakt mit mir bekannten potentiellen Partner auf.

Zugegeben, unsere Ansprüche sind durchaus speziell, auch weil wir mit Revit eine Basis-Software vorgeben und natürlich für die Tragwerksplanung auch Programme der SOFiSTiK AG verwendet werden sollen.  Im folgenden möchte ich auflisten, woran unsere Suche jeweils gescheitert ist und bitte um Verständnis, dass ich hier keine Namen nenne.

Die Kandidaten

  • Firma “A” ist kompetent und absolut leistungsfähig, verwendet aber SOFiSTiK nur für Hallen und nicht für Gebäude
  • Firma “B” hat komplett abgesagt.
  • Firma “C” war hochinteressiert und kann auch alle Kriterien erfüllen, mit ihr sind wir durch eine 25 jährige Kundenbeziehung verbunden, leider musste sie passen, weil sie sich nicht in der Lage sah, die erforderlichen Planungskapazitäten vor Mitte 2017 bereit zu stellen.
  • Firma “D”, spezialisiert auf Bürogebäude und Bürolandschaften war sehr interessiert, verwendet aber einen direkten Wettbewerber zu Revit, das war also auch nichts.
  • Firma “E” hat sich auf diesen Blog hin gemeldet, dies sehr spät, außerdem sind sie gerade erst dabei eine Kompetenz in BIM aufzubauen.
  • Firma “F” hat eine extra Webseite “Bauen mit BIM” und eine E-Mail Adresse, die bim@xyz.de lautet. Auf meine schüchterne Anfrage kam aber leider keine Antwort, weil nicht festgelegt war, wer für das Postfach verantwortlich ist.

Nun, angesichts der großen Auswahl griff ich zum Hörer und habe mich bei “F” durchgefragt.

Es kam zu einem ersten Gespräch, auf das wir ein Angebot für eine Planungsphase “0” erhielten, das zwei Workshops zur Klärung des weiteren Vorgehens  und die Erstellung eines darauf beruhenden Angebots beinhaltete.

Ich gehe davon aus, noch vor Weihnachten einen Planungsauftrag zu unterzeichnen und danach werde ich den Schleier des Schweigens lüften. Dann wird die Frequenz in diesem Blog auch deutlich zunehmen,

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