Der erste Spatenstich

Am 21. Juli – dem Tag vor dem 30. Jahrestag der Gründung der SOFiSTiK GmbH – haben wir nun mit einem kleinen Baustellenfest einen symbolischen ersten Spatenstich durchgeführt. Wie es sich für echte Bauleute gehört, nicht mit einem Spaten, sondern mit einem Bagger.

Spatenstich

Nachbarn, Vorbesitzer, Lieferanten, Kunden, Planer, Freunde des Hauses und Mitarbeiter, knapp 100 Personen waren Zeuge, wie bei bestem Sommerwetter mein Kollege Frank Deinzer und ich die erste Baggerschaufel aus unserem Baugrund entfernten. (Da wir ja noch keine Baugenehmigung haben, wurde das Loch nach Abreise der Gäste sauber wieder verfüllt!)

4 kurze Reden

Zuvor brachte mein Mitgründer Prof. Casimir Katz in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der SOFiSTiK in Erinnerung. Ich referierte über das Thema BIM als Bauherr, danach legte Herr Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH dar, was sich eine Baufirma von der neuen Technologie verspricht. Eberhard Beck, unser Architekt für die Genehmigungs- und Ausführungsphase redete über die Potentiale, die sich mit BIM für seinen Berufsstand eröffnen. Harald Riedel, berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und Stadtkämmerer freute sich nicht nur über die Aussichten künftig steigender Gewerbesteuereinnahmen sondern insbesondere auch darüber, mit der SOFiSTiK einen weiteren Hidden Champion in seiner Stadt zu haben.

v.l.n.r: Frank Deinzer, Stefan Maly, Steffen Schönfeld, Eberhard Beck, Thomas Fink, Casimir Katz, Harald Riedel, Dirk v. Vopelius

3-D-Präsentationen

Wie sich sich für ein BIM-Projekt gehört konnten sich die Besucher nicht nur an “3 im Weckla” stärken, sondern auch an 3 Stationen virtuell durch das künftige Gebäude gehen. Das Fraunhofer Institut Stuttgart brachte einen 3-D-Fernseher mit, unsere Planungspartner Wabe-Plan und gm planen + beraten waren in einer Garage (Danke an unsere Nachbarn Familie Herzog) mit ihren Datenbrillen ein  heiß umlagertes Ziel der Besucher.

Gefreut hat mich die durchwegs positive Resonanz der Nachbarn, die an den Visualisierungen naturgemäß ein großes Interesse hatten.

Nun warten wir weiter auf die Baugenehmigung, haben in der Zwischenzeit aber genügend mit weiteren Feinabstimmungen in der Planung zu tun. Wir warten auch gespannt auf das Preisangebot der Fa. Wolff & Müller, schliesslich müssen wir ja noch einen Generalunternehmerauftrag erteilen.

Das Loch

Übrigens: Wolff & Müller hat eine sehr gute Presseerklärung zu unserem Projekt verfasst.

Holzaktion

Bauen mit BIM! Klare Sache, haben wir uns so vorgenommen.

Heute möchte einmal ich über Dinge in den letzten Wochen berichten, die früher auch nicht anders waren, zuletzt über eine Aktion, die mit BIM rein gar nichts zu tun hatte.

Ausführungsplanung und Genehmigungsbehörde

Nachdem wir vor Ostern eine Eingabeplanung eingereicht haben, wurde auf Anforderung der Bauordnungsbehörde mittlerweile zweimal ergänzende Unterlagen nachgereicht, die natürlich mit BIM produziert wurden. Eingereicht wurden sie als “plattgewalzte” Pläne. Wo hätten der Architekt und ich sonst auch unterschreiben können? Ansonsten gibt es jetzt alle 2 Wochen einen Jour Fix mit allen Planern. Wie im früheren Leben ist es auch mit BIM nicht so, dass jeder Planer so ganz im Zeitplan ist. Mehr verrate ich hier aber nicht! Ich hoffe, dass sich alle “Knoten” mit Hilfe von BIM letztendlich auflösen werden.

Kommunikation mit Nachbarn

Da unsere Tiefgarage sehr nach bzw. ganz an der Grundstücksgrenze verlaufen soll, haben wir verschiedene Gespräche mit den Nachbarn geführt. Es geht hier um die spätere Gestaltung der gemeinsamen Grenze. Eine Nachbargarage muss unterfangen werden und teilweise ist auch hilfreich, wenn die Baufirma den Verbau temporär auf dem Nachbargrundstück errichten darf. Hat mit BIM auch nichts zu tun. Erfreulicherweise sind unsere Nachbarn sehr freundlich und kooperativ.

Innenausbau

Nachdem die Form der Gebäudehülle und die Lage der Innenwände geplant sind, steht nun eine ganze Menge an Detailplanung für den Innenausbau und die Haustechnik an. Wie berichtet ist ja unsere Innenarchitektin noch “vom alten Schlag” und plant 2D. Wir bekommen von ihr aber sehr aussagekräftige kolorierte Pläne, die für die Diskussion mit den künftigen Nutzern erstmal völlig ausreichen. Damit können Festlegungen getroffen werden und wenn uns klar ist, was wir wollen, arbeitet es unser Architekt in das BIM Modell ein. Aber darüber wollte ich ja heute nicht schreiben!

Details aus unserem neuen Sozialraum

Holzaktion

Und ganz zuletzt die Holzaktion. Unser Grundstück liegt ja nun schon einige Jahre brach und ist einigermaßen zu gewuchert. Um keinen Termin zu versäumen hat mein Kollege Frank Deinzer die Sträucher bereits vorab gerodet. Letzten Samstag wurde dies unter tatkräftiger Mithilfe einiger unserer Mitarbeiter klein geschnitten und gehäckselt. Damit steht die Fläche für unseren ersten Spatenstich und für die spätere Baustelle zur Verfügung. Eine tolle Gemeinschaftsaktion! Meine Aufgabe war es, mit einer Biergarnitur, 2kg frisch gebratenem Leberkäse und einer Tüte mit Brezeln und Salzstangen sowie Getränken gegen Mittag zur Brotzeit zu erscheinen.

 

Das SOFiSTiK Team

Brotzeit ist die beste Zeit

 

 

BIM: Wie fange ich an? 7 gute Tipps für den Start mit BIM

10 Monate nach dem Start meines Blogs möchte ich einmal etwas allgemeines über BIM schreiben. Ich werde oft gefragt, wie man als Planer am besten mit der Thematik anfängt. Ich bin zwar Tragwerksplaner, denke aber, dass die folgenden Tipps auch für andere Gewerke gelten. Vielleicht nutzt auch mal jemand die Kommentarfunktion? Das Thema bietet sich an!

 

1.      Ignorieren Sie das Thema nicht!

Über BIM wird nun schon seit vielen Jahren geredet. Vor 10 Jahren war es richtig, das Thema erst einmal zu ignorieren und die Entwicklung abzuwarten. Dies hat sich aber mittlerweile geändert. Die technische Entwicklung ist soweit fortgeschritten, dass viele Bauherren für geeignete Projekte die Anwendung von BIM verlangen oder in naher Zukunft verlangen werden, weil – insbesondere im Hochbau – die Vorteile für den Bauherrn mittlerweile bewiesen sind. Wer jetzt wartet, bis er zur Anwendung von BIM gezwungen wird, ist vermutlich zu spät dran und wird den Auftrag vielleicht gar nicht bekommen.

2.      Fangen Sie mit little BIM an

BIM ist nicht nur dann BIM, wenn alle an Planung und Bau Beteiligten BIM anwenden. Eine Voraussetzung hierfür ist nämlich, dass alle die Anwendung in ihrem Fachgebiet verstehen. So wie jeder Orchestermusiker sein Instrument beherrschen und seine Noten kennen muss, bevor eine erste gemeinsame Probe Sinn macht, muss jeder an einem Big-BIM Projekt Beteiligte seine Prozesse und Arbeitsmittel kennen. Zudem zeigen die Erfahrungen zahlreicher früher Anwender, dass die Anwendung von BIM nur für die eigenen Prozesse ökonomisch und qualitativ höchst erfolgreich sein kann. So modellieren einige Tragwerksplaner ein 3-D-Modell auch wenn Sie vom Architekten 2-D Pläne bekommen um damit eine konsistente Berechnung, Positions- Schal und Bewehrungspläne erstellen zu können.

3.      Holen Sie sich externe Beratung und Schulung

Klar, kein guter Berater wird für billiges Geld tätig. Dennoch wird sich eine qualifizierte Beratung und Schulung immer amortisieren. Überlegen Sie, was es kostet, wenn Ihre Mitarbeiter sich das erforderliche Wissen selbst aneignen.

4.      Investieren Sie in Standards (Template und Familien)

Allen BIM Programmen ist zu eigen, dass sie ein erheblich strukturierteres Planen und Denken erfordern als CAD. Dies führt in der Regel auch zu höherer Qualität des Planungsergebnisses. Erreicht wird dies durch die Verwendung von Projektvorlagen und Familien. Letzteres ist vergleichbar mit den Blöcken in CAD, allerdings auf einem erheblich höheren Niveau. Investieren Sie in Bibliotheken mit Familien und pflegen Sie diese weiter, wenn sie im Projektverlauf verbessert werden.

5.      Investieren Sie in Ihre Mitarbeiter

„It’s all about people! “. Der Erfolg eines BIM Projekts wird nicht durch Computer, sondern durch Menschen erreicht. Mit gut geschulten Mitarbeitern steigern Sie die Erfolgsaussichten Ihres Projekts ganz erheblich. Es lohnt sich auch, bei Neueinstellungen die BIM Kompetenz zusätzlich zu den bisher verlangten Kompetenzen abzufragen. Schon ein Spezialist auf diesem Gebiet kann seine Kenntnisse im Team weitergeben und somit mithelfen, die Zukunft Ihrer Organisation sichern.

6.      Denken Sie nicht in alten Mustern

BIM bedeutet „Wir“ statt Ich. Es funktioniert nicht, wenn wir weiter in alten Mustern denken. Wir müssen lernen, ein Bauwerk gemeinsam und nicht gegeneinander zu planen und zu bauen. Das typisch deutsche Bedenkenträgertum kann nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Auch die bisher übliche Arbeitsteilung zwischen Konstrukteuren und Ingenieuren wird sich verändern. Teams aus beiden Berufsgruppen werden parallel und nicht nacheinander ein Projekt bearbeiten. Es ist klar, dass Pläne noch eine längere Zeit das Ergebnis des Planungsprozesses sein werden. Diese Pläne sind aber Abfallprodukte aus einem Modellierungsprozess, die schon nicht mehr alle Informationen enthalten.

7.      Geben Sie nach ersten Rückschlägen nicht auf

Jeder, der etwas Neues anfängt, wird nicht immer beim ersten Mal erfolgreich sein. Auch BIM ist ja kein Allheilmittel, Sie werden anfangs Rückschläge erleiden. Geben Sie nicht auf, Durchhaltevermögen lohnt sich. Und selbst wenn Sie aus Zeitgründen im Projektverlauf auf die herkömmliche Arbeitsweise wechseln müssen: Analysieren Sie danach, was falsch gelaufen ist und was verbessert werden muss. Nur so kann es beim nächsten Projekt besser werden.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Baubesprechnung mit herkömmlichen Medien

Wie in den vorigen Beiträgen beschrieben, plant ein engagiertes und kompetentes Team nach BIM Methoden für einen Bauherrn, der von BIM völlig überzeugt ist, ein Bürogebäude. Der Bauherr wird von einem Architekten und einer Innenarchitektin begleitet, die vorher keine Berührung mit BIM hatten und erst so langsam versuchen zu verstehen, welche Vorteile diese Methode für uns alle haben kann.

Vorteile kann Sie haben, insbesondere, wenn man einmal soweit ist, viele herkömmliche Vorgehensweisen über Bord zu werfen und vollständig im Kopf umgeparkt hat. Ich erzähle jetzt mal ein paar Dinge, die beim nächsten Projekt sicher noch besser laufen. Aber vielleicht hat das ja auch mit BIM gar nichts zu tun (siehe Titel)? Ich möchte damit in keinster Weise meine Auftragnehmer schlecht machen, das sind sie ja nun wirklich nicht, ganz im Gegenteil!

Denken in Plänen

Da wird immer noch gerne in Plänen gedacht. Ich hatte von Anfang an vereinbart, lesenden Zugang zu dem Server bei Wolff & Müller zu bekommen, auf dem das Team arbeitet. Meine Idee war, dass ich aus dem Revit Modell mehr ablesen kann als aus Plänen und das allen Beteiligten nur helfen kann. Ich hatte fast den Eindruck, dass seitens einiger Mitarbeiter der Baufirma etwas gemauert wurde. Ich sollte nur freigegebene Planstände mit zugehörigem Modell erhalten. Alte Denke in meinen Augen, es geht mir ja nicht darum, irgendwelche Vertragsverletzungen zu recherchieren, mit denen ich Abzüge bei der Schlussrechnung begründen kann. Vielmehr ist eines der wichtigsten Ziele, gemeinsam alle Planungsfehler (auch die der anderen) so frühzeitig zu erkennen, dass sie ohne große Kosten ausgebügelt werden können. Ich könnte statt von Fehlern auch von Planungsvarianten sprechen, zu Fehlern werden sie ja erst im Laufe der Zeit.

Der modellierte Windfang

Baubesprechnung mit Architekten

Mittlerweile kann ich mir jede Woche einen Planstand des Revit Modells runterladen. Das Architektenteam hätte sich einige Arbeit erspart, wenn ich das schon vorher gekonnt hätte. Sie dachten nämlich, Ihrem Bauherrn würde ein schicker Windfang am Eingang gut gefallen und hatten diesen ohne weitere Rücksprache sorgfältig modelliert. Bei der nächsten Baubesprechung war die Überraschung groß, als ich spontan sagte: “Einen Windfang benötigen wir nicht!”. Man hätte hier natürlich auch zum Telefonhörer greifen oder zumindest eine erste Bleistiftskizze an uns senden können ……

Zeitplan

Und dann ging es darum, dass wir irgendwann ja auch einmal eine Eingabeplanung bei der Stadt Nürnberg einreichen wollen. Da die Genehmigungszeiten derzeit zwischen 4 und 6 Monaten liegen sollte dies nicht zu spät erfolgen. Wir haben beschlossen, dass dazu die äußeren Abmessungen, das Tragsystem, die Einteilung in Büro-, Verkehrsflächen und Funktionsräume sowie die Außenanlagen und die prinzipielle Funktion der Haustechnik fertig geplant sein sollten, leichte Trennwände aber noch verschoben werden können. Diese sollten erst im Rahmen der Ausführungsplanung fixiert werden. Darauf meinte mein Nürnberger “Nicht-BIM-Architekt” Gerhard Wirth spontan: “Das ist ja genauso wie wir es immer machen”.

Ich bin überzeugt, dass BIM dogmatisch auch nicht die optimale Lösung ist. Wenn der Aushub beginnt, wollen wir eine vollständige Planung mit Möblierung und Platzaufteilung der Mitarbeiter fertig haben.

Fazit

Die meisten der alten Tugenden bei der Bauplanung sind weiterhin hilfreich, insbesondere die persönliche Kommunikation darf nicht durch einen Server abgewickelt werden.

PS: Der Bauantrag ist mittlerweile eingereicht, ich werde ihn im nächsten Beitrag vorstellen.

Baut ihr noch nicht?

Blick aus der Vogelperspektive aus westlicher Richtung (Planungszwischenstand)

Baut ihr noch nicht? Diese Frage hörte ich vor einigen Tagen ein paar Mal, als ich als Gast der Bundesingenieurekammer auf deren parlamentarischen Abend in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin teilnehmen durfte. BIM war hier eines der wichtigen Themen, es wurde an vielen Tischen eifrig diskutiert, im Bild spreche ich u.a. mit Sigi Wernik, dem langjährigen Vorsitzenden von Building Smart Deutschland und (verdeckt) Martin Falenski, dem Hauptgeschäftsführer der Bundesingenieurkammer.

Nein, wir bauen noch nicht, wir planen noch! So meine Antwort. Das haben dann meine Kollegen aus der bayerischen Kammer und  von Building Smart auch gleich verstanden. BIM zwingt ja quasi zu dieser Reihenfolge, weil es baubegleitend nun wirklich nicht besonders gut geht. Unser Planungsteam ist in den letzten Wochen sehr fleißig gewesen und ist auch schon kurz vor dem Einreichen der Eingabeplanung. Dabei fiel mir angenehm auf, dass die frühzeitige Beteiligung aller Fachingenieure  wesentlich validere Planungsstände erzeugte. Dies wurde vom Architekten keineswegs nur akzeptiert sondern – so fühlt es sich für mich an – sogar sehr begrüßt.

Trennung von Planung und Ausführung

Heißere Diskussionen hatte ich mit Vertreterinnen der Bundesarchitektenkammer über die Thematik Trennung von Planung und Ausführung. Für die Architektenschaft ein hohes Gut, so schien es mir. Und unser Plan sieht ja ganz bewusst vor, die Baufirma von Anfang an mit einzubinden. Hiervon versprechen wir uns ja nicht Mehrkosten sondern eine wirtschaftlichere Erstellung, weil bei der Planung bereits auf die Kompetenz der ausführenden Kollegen zurückgegriffen werden kann. Heiße Diskussionen bei denen mir am Ende konzediert wurde, dass bei einem fachkundigen Bauherrn wie der SOFiSTiK und angesichts der Einschaltung eines qualitätssichernden Architekten als Berater des Bauherrn das Vorhaben sinnvoll sein könnte.

Ich weiß es ja auch nicht sicher, möchte aber gerne mit unserem Bauvorhaben den Beweis erbringen, dass es sich lohnt, mehr Geld und Zeit in die Planung zu stecken um dann in der Ausführung Geld, Zeit und Nerven zu sparen. Ich werde weiter berichten.

Übrigens: In der Entwicklungsabteilung der SOFiSTiK wurden unsere für den Sommer geplanten neuen Programmfeatures sofort an unserem Projekt getestet. Das ist ja ein Abfallprodukt aus unserem Bauvorhaben, das uns helfen wird, praxistaugliche BIM Software anzubieten.

Die Suche

Architektenskizzen aus dem Workshop

Wie im Juli berichtet, wollen wir einen Generalübernehmer suchen, der mit einem Planungsteam in einer ersten Phase die Genehmigungs- und Ausführungsplanung nach unseren Vorüberlegungen ausführt und dann in einem zweiten Schritt mit der Ausführung beauftragt wird. Bereits vor der Sommerpause nahm ich Kontakt mit mir bekannten potentiellen Partner auf.

Zugegeben, unsere Ansprüche sind durchaus speziell, auch weil wir mit Revit eine Basis-Software vorgeben und natürlich für die Tragwerksplanung auch Programme der SOFiSTiK AG verwendet werden sollen.  Im folgenden möchte ich auflisten, woran unsere Suche jeweils gescheitert ist und bitte um Verständnis, dass ich hier keine Namen nenne.

Die Kandidaten

  • Firma “A” ist kompetent und absolut leistungsfähig, verwendet aber SOFiSTiK nur für Hallen und nicht für Gebäude
  • Firma “B” hat komplett abgesagt.
  • Firma “C” war hochinteressiert und kann auch alle Kriterien erfüllen, mit ihr sind wir durch eine 25 jährige Kundenbeziehung verbunden, leider musste sie passen, weil sie sich nicht in der Lage sah, die erforderlichen Planungskapazitäten vor Mitte 2017 bereit zu stellen.
  • Firma “D”, spezialisiert auf Bürogebäude und Bürolandschaften war sehr interessiert, verwendet aber einen direkten Wettbewerber zu Revit, das war also auch nichts.
  • Firma “E” hat sich auf diesen Blog hin gemeldet, dies sehr spät, außerdem sind sie gerade erst dabei eine Kompetenz in BIM aufzubauen.
  • Firma “F” hat eine extra Webseite “Bauen mit BIM” und eine E-Mail Adresse, die bim@xyz.de lautet. Auf meine schüchterne Anfrage kam aber leider keine Antwort, weil nicht festgelegt war, wer für das Postfach verantwortlich ist.

Nun, angesichts der großen Auswahl griff ich zum Hörer und habe mich bei “F” durchgefragt.

Es kam zu einem ersten Gespräch, auf das wir ein Angebot für eine Planungsphase “0” erhielten, das zwei Workshops zur Klärung des weiteren Vorgehens  und die Erstellung eines darauf beruhenden Angebots beinhaltete.

Ich gehe davon aus, noch vor Weihnachten einen Planungsauftrag zu unterzeichnen und danach werde ich den Schleier des Schweigens lüften. Dann wird die Frequenz in diesem Blog auch deutlich zunehmen,

Raumprogramm und Innenarchitektur

Susanne Fink-Beie

Die Zeit bis zum zweiten Entwurf wollten wir natürlich nutzen. Ich habe meine Schwester Susanne Fink-Beie, eine erfahrene Innenarchitektin ins Boot geholt. Über Ihre ersten Kontakte mit BIM hat sie folgenden Gastbeitrag geschrieben:

Als mein Bruder mich fragte, ob ich ihn bei der Planung und Innenraumgestaltung des neuen Bürogebäudes der SOFiSTiK AG fachlich beraten und unterstützen möchte, war meine spontane Reaktion “aber sehr gerne, ich freue mich darauf”

“Ich baue und plane aber mit BIM!” – war seine Antwort

“Upps”, war meine Antwort – Bimsalabim und das Gebäude steht??

Ich zeichne und koloriere meine ersten Ideen und Entwürfe „klassisch” auf Transparentpapier, scanne und speichere diese ab. Größere Projekte werden dann im CAD weiter bearbeitet. Teamwork im CAD ist mir nicht fremd, „Bauen mit BIM” für mich absolutes Neuland.

So war es früher - ganz ohne BIM

So war es früher – ganz ohne BIM

Wie kann man von Anfang an alle Komponenten (Entwurf, Werkplanung, Statik, Haustechnik, Innenraumgestaltung, Detailplanung) in 3-D entwerfen und planen. Kämpfen nicht nur wir Architekten im Alltag noch immer mit den Schnittstellen bei der Übertragung von einfachen DFX/DWG-Daten in 2-D oder 3-D, soll jetzt von Anfang an ein Gebäude bis zum letzten Detail in 3-D modelliert werden. Wie funktioniert der Datenaustausch?

Wie kompatibel sind die Daten z.B. für eine Innenausbaufirma, die diese Daten für Ihre CNC-Maschine benötigt? Die momentane Praxis zeigt, dass selbst DXF/DWG-Daten oft nur als Grundlage dienen und die Firmen aufgrund der Maschinenvorgaben neu zeichnen. Ist BIM dann sinnvoll und

welche Auswirkungen hat BIM am Schluss auf die Baukosten?

Der Leser merkt, ich bin skeptisch, aber auch neugierig, denn sonst würden mir diese Fragen nicht durch den Kopf gehen. Nun, ich bin sehr gespannt. Vielleicht bin ich am Schluss überzeugt von Bauen mit BIM?

Derzeit befindet sich das Projekt in der Leistungsphase 1-2 der HOAI. Es gibt einen gestalterisch überzeugenden Entwurf der Gebäudehülle durch das Team Architekturbüro Gerhard Wirth.

Ich habe anhand eines Fragenkataloges die Wünsche bezüglich der Innenraumgestaltung der Mitarbeiter analysiert und ausgewertet.

Themenliste für die Befragung der Mitarbeiter

Themenliste für die Befragung der Mitarbeiter

So konnten mein Bruder und ich sehr schnell ein Raumkonzept entwickeln, dass auch vom Vorstand der SOFiSTiK verabschiedet wurde. Das Entwurfskonzept steht.

Erstes Nutzungskonzept

Erstes Nutzungskonzept

Ein erstes Kontaktgespräch mit einem Bauunternehmen, das Erfahrungen in „Bauen mit BIM” vorweisen kann, hat es ebenfalls schon gegeben. Dieses Gespräch hat mir zwar etwas die „Türchen” zu BIM geöffnet, konnte aber meine Zweifel noch nicht aus dem Weg räumen. Seitens der Firma wurde vorgeschlagen, einen 2-3 Tage Klausur-Workshop mit allen Beteiligten durchzuführen, sollte sich SOFiSTiK zu weiteren Schritten Richtung BIM entscheiden. In diesem Workshop soll das Entwurfskonzept weiter bearbeitet und vertieft werden.

Ich finde den Vorschlag spannend und interessant. Ich bin sehr neugierig wie es mit dem Thema BIM weitergeht und werde berichten.

 

Der Architekt (oder “Was bitte ist BIM”)

Architekt Gerhard P. Wirth

Im folgenden ein Gastbeitrag unseres Architekten Gerhard P. Wirth:

Als Architekt gehöre ich mit Jahrgang 1960 zu denjenigen, welche erst nach dem Studium mit dem Thema CAD in Berührung kamen. Bei meiner Bürogründung 1988 war ein Fax das Maß aller Dinge.

1988 war auch das Jahr in welchem ich Thomas Fink, damals noch Statikbüro fink+kreutz, kennenlernte. Gemeinsam realisierten wir Baumaßnahmen in der Region und freundeten uns an.

1992 zog CAD in mein Büro ein und ist heute nicht mehr wegzudenken. Thomas versucht seit Jahren mich auf den Zug BIM aufspringen zu lassen. Bis heute habe ich mich jedoch „verweigert“ mit der Konsequenz nun für den Neubau der SOFISTIK AG „nur“ den Vorentwurf erstellen zu dürfen, da ich ja nicht BIM affin bin.

Ich bin überzeugt das in BIM ein großer Teil der Zukunft unserer Bauwirtschaft liegt. Das Schaffen meines Büros konzentriert sich auf meist sehr individuelle Bauwerke – auf Unikate im Neubau und  im Bestand. Meine Sorge in Sachen BIM gilt zum einen der seriellen Gleichschaltung von Bauteilen und eine dadurch einhergehende Zurückhaltung hinsichtlich Individualität. Zum anderen an der wohl noch fehlenden Anzahl von ausgebildeten „BIM-Architekten“. Diese Erfahrung machte vor kurzem ein BIM enttäuschter Kollege.

Die Entwurfsidee für den Neubau der SOFISTIK AG ist die „Büroallee an den Höfen“. Bedingt durch den länglichen und schmalen Grundstückszuschnitt, haben wir dem Baukörper nach mehreren Volumenstudien skulptural modelliert und mit zwei Höfen große Aufenthaltsraumqualität verliehen.

 

Formfindung

Formfindung

 

Lageplan und Entwurfsvarianten

Lageplan und Entwurfsvarianten

Der Neubau entsteht unmittelbar an der Schnittstelle eines Gewerbeareals zu einem Wohnquartier. Hierdurch ist Sensibilität gegenüber der Nachbarschaft wie auch Individualität für die SOFISTIK AG im großen Maße gefordert. In den Vorgesprächen mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Nürnberg, in Hinblick auf die Verträglichkeit unserer Entwurfsidee mit dem B-Plan, war der maßgeschneiderte, skulpturale Entwurf sehr hilfreich. Die Behörden stehen einer Baugenehmigung positiv gegenüber!

Grundrisstruktur

Grundrisstruktur

Modellfotos und Gebäudedaten

Modellfotos und Gebäudedaten

Nachdem Thomas bei der letzten Präsentation im Stadtplanungsamt erläuterte das Vorhaben durchgängig in BIM realisieren zu wollen wurde ihm folgende Frage gestellt: „Was bitte ist BIM?“.

So, jetzt bin ich gespannt, ob ich meinen Freund Gerhard und das Stadtplanungsamt überzeugen kann! Auf alle Fälle hat er uns mit seiner Entwurfsidee überzeugt, und das ist ja auch seine Aufgabe gewesen.

Wandel ist Chefsache

Interview in Beratende Ingenieure 7/8 2016

Eigentlich will ich in diesem Blog ja über meine Erfahrungen als Bauherr mit BIM schreiben. “Nebenbei” kümmere ich mich aber darum, die BIM Methode unter den Tragwerksplanern bekannt und populär zu machen. Ich halte hier viele Vorträge, arbeite im Arbeitskreis BIM der Bayerischen Ingenieurekammer Bau mit, entwickle Software und manchmal gebe ich auch Interviews.

Diese Woche bekam ich die Juli Ausgabe von “Beratende Ingenieure“, dem Verbandsmagazin des Verbandes Beratender Ingenieure VBI in die Hände. Es enthält ein Interview über die BIM-Einführung mit mir, dass ich den Lesern dieses Blogs nicht vorenthalten möchte. Wandel ist Chefsache!

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