Es geht los!

Wenn ich vor Weihnachten noch skeptisch über den weiteren Ablauf war, so hat sich das im Laufe des Januars deutlich geändert. Ich konnte letzte Woche einen mündlichen Generalunternehmerauftrag an die Zweigniederlassung Erfurt der Fa.  Wolff & Müller erteilen, wir sind uns einig geworden! Ende Februar soll es losgehen, und bereits Mitte August ist nach Bauzeitenplan die oberste Decke betoniert, so dass wir Anfang September ein Richtfest feiern können. Und für Ende März ist und bereits die Fertigstellung und Übergabe versprochen worden, so dass wir im April nächsten Jahres an einen Umzug denken können.

Das Vergleichsangebot

Wie berichtet war ich seit Oktober ziemlich beschäftigt, weitere Angebote einzuholen, was nicht ganz einfach war. Vor Weihnachten bekam ich ein seriöses Angebot der GS Schenk Schlüsselfertigbau GmbH, einem alt eingesessenen lokalen Anbieter. Es lag etwas über der Schätzung von über einem Jahr, also deutlich unter dem Angebot von Wolff & Müller.  Da wir ja keine Ausschreibungsunterlagen hatten, war es aber nur bedingt vergleichbar, es waren unmittelbar erkennbar Leistungen ausgeschlossen, die bei Wolff & Müller dabei waren. Das war nun nicht verwunderlich, hatte Wolff & Müller Stuttgart ja die Planung gemacht und Erfurter haben den Prozess begleitet.

Ein weiterer alteingesessener lokaler Anbieter hat mir für Ende Januar ein Angebot versprochen. Davon erhoffte ich mir mehr Klarheit darüber, wo der Markt liegt. Leider wurde mir Mitte Januar abgesagt, die Firma schob eine solche Bugwelle an Arbeit aus dem letzten Jahr vor sich her und wollte mir keine falschen Versprechungen und Hoffnungen machen.

Planungsfortgang und professionelle Hilfe

Mittlerweile war die Werkplanung weiter fortgeschritten und wir haben bei einem virtuellen Rundgang durch das Gebäude die Verbindungstreppe vereinfacht. Ich bat meine beiden verbliebenden Kandidaten auf Basis des aktuellen Planungsstandes ihre Angebote zu überarbeiten. Dann habe ich mir, vermittelt durch unseren Entwurfsarchitekten Gerhard Wirth die Dienste von Architekt Uwe Plößel, einem Profi für Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung gesichert. Mit ihm haben wir die Alternativen untersucht. Das Bauvorhaben zu verschieben und auf ein Abkühlen der Baukonjunktur zu warten erschien aber ebenso wenig sinnvoll wie eine Vergabe nach Gewerken. Die Unsicherheit ein vernünftiges Angebot speziell für die Haustechnik zu bekommen wäre uns ja geblieben und es hätte eine Verzögerung von mindestens einem halben Jahr nach sich gezogen. Herr Plößel konnte mir aber sagen, dass das Angebot GS Schenk viel näher an seinen Erfahrungswerten lag als das von Wolff & Müller.

Vergabe

In einem ersten Gespräch mit GS Schenk haben wir verschiedene Fragen geklärt und konnten das Angebot vergleichbarer machen. Es lag sehr nahe an dem was Herr Plößel uns sagte, was das Bauvorhaben seiner Meinung nach kosten darf. Die Firma GS Schenk mit den Herren Martin Lauterbach und Peter Saam machte zudem einen sehr kompetenten und seriösen Eindruck. Schon vor dem Termin hat sich Wolff & Müller deutlich bewegt, die weiter fortgeschrittene Planung hätte dies ermöglicht. Zusätzlich wurde uns der oben beschriebene Bauzeitenplan vorgelegt, Schenk wäre mindestens ein halbes Jahr später fertig geworden.

Die Entscheidung

Neben der Tatsache, das Wolff & Müller quasi in den Startlöchern stand und im März die ersten Profile für den Berliner Verbau einbringen kann hat es mich auch davor gegraust, ein Jahr lang zwischen Firmen koordinieren zu müssen, falls es über die Planung unterschiedliche Ansichten gibt. Letztlich fehlt GS Schenk die Erfahrung mit BIM und hätte nach konventionellen zweidimensionalen Unterlagen gebaut und abgerechnet. Damit war klar, dass Wolff & Müller durchaus teurer sein darf, es gab aber natürlich eine Schmerzgrenze, die wir uns vorher überlegt hatten. Nachdem die unterschritten war, habe ich einen mündlichen Auftrag erteilen können. SOFiSTiK und Wolff & Müller freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit, was gleich mit einem Gläschen Sekt begossen wurde, ein standesgemäßes Getränk (Bier) war nicht in Reichweite. (Meine Ballonfreunde werden die Herkunft des Sekts auf dem Bild erkennen)

v.l.n.r: Thomas Fink, Dennis Blosa (Oberbauleiter), Frank Bauernfeld (Kalkulator), Torsten Bieler (Niederlassungsleiter) und Architekt Uwe Plößel

Der zweite Sieger

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es mit schwer gefallen ist, GS Schenk abzusagen. Sie haben uns sehr geholfen und fachlich wie menschlich einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass sie Interesse an BIM gezeigt haben und wir werden in Ihrem Hause eine Einführungsveranstaltung durchführen. Auch mit Ihnen hätte ich gerne gebaut!

 

Der erste Spatenstich

Am 21. Juli – dem Tag vor dem 30. Jahrestag der Gründung der SOFiSTiK GmbH – haben wir nun mit einem kleinen Baustellenfest einen symbolischen ersten Spatenstich durchgeführt. Wie es sich für echte Bauleute gehört, nicht mit einem Spaten, sondern mit einem Bagger.

Spatenstich

Nachbarn, Vorbesitzer, Lieferanten, Kunden, Planer, Freunde des Hauses und Mitarbeiter, knapp 100 Personen waren Zeuge, wie bei bestem Sommerwetter mein Kollege Frank Deinzer und ich die erste Baggerschaufel aus unserem Baugrund entfernten. (Da wir ja noch keine Baugenehmigung haben, wurde das Loch nach Abreise der Gäste sauber wieder verfüllt!)

4 kurze Reden

Zuvor brachte mein Mitgründer Prof. Casimir Katz in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der SOFiSTiK in Erinnerung. Ich referierte über das Thema BIM als Bauherr, danach legte Herr Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH dar, was sich eine Baufirma von der neuen Technologie verspricht. Eberhard Beck, unser Architekt für die Genehmigungs- und Ausführungsphase redete über die Potentiale, die sich mit BIM für seinen Berufsstand eröffnen. Harald Riedel, berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und Stadtkämmerer freute sich nicht nur über die Aussichten künftig steigender Gewerbesteuereinnahmen sondern insbesondere auch darüber, mit der SOFiSTiK einen weiteren Hidden Champion in seiner Stadt zu haben.

v.l.n.r: Frank Deinzer, Stefan Maly, Steffen Schönfeld, Eberhard Beck, Thomas Fink, Casimir Katz, Harald Riedel, Dirk v. Vopelius

3-D-Präsentationen

Wie sich sich für ein BIM-Projekt gehört konnten sich die Besucher nicht nur an “3 im Weckla” stärken, sondern auch an 3 Stationen virtuell durch das künftige Gebäude gehen. Das Fraunhofer Institut Stuttgart brachte einen 3-D-Fernseher mit, unsere Planungspartner Wabe-Plan und gm planen + beraten waren in einer Garage (Danke an unsere Nachbarn Familie Herzog) mit ihren Datenbrillen ein  heiß umlagertes Ziel der Besucher.

Gefreut hat mich die durchwegs positive Resonanz der Nachbarn, die an den Visualisierungen naturgemäß ein großes Interesse hatten.

Nun warten wir weiter auf die Baugenehmigung, haben in der Zwischenzeit aber genügend mit weiteren Feinabstimmungen in der Planung zu tun. Wir warten auch gespannt auf das Preisangebot der Fa. Wolff & Müller, schliesslich müssen wir ja noch einen Generalunternehmerauftrag erteilen.

Das Loch

Übrigens: Wolff & Müller hat eine sehr gute Presseerklärung zu unserem Projekt verfasst.

Die Suche

Architektenskizzen aus dem Workshop

Wie im Juli berichtet, wollen wir einen Generalübernehmer suchen, der mit einem Planungsteam in einer ersten Phase die Genehmigungs- und Ausführungsplanung nach unseren Vorüberlegungen ausführt und dann in einem zweiten Schritt mit der Ausführung beauftragt wird. Bereits vor der Sommerpause nahm ich Kontakt mit mir bekannten potentiellen Partner auf.

Zugegeben, unsere Ansprüche sind durchaus speziell, auch weil wir mit Revit eine Basis-Software vorgeben und natürlich für die Tragwerksplanung auch Programme der SOFiSTiK AG verwendet werden sollen.  Im folgenden möchte ich auflisten, woran unsere Suche jeweils gescheitert ist und bitte um Verständnis, dass ich hier keine Namen nenne.

Die Kandidaten

  • Firma “A” ist kompetent und absolut leistungsfähig, verwendet aber SOFiSTiK nur für Hallen und nicht für Gebäude
  • Firma “B” hat komplett abgesagt.
  • Firma “C” war hochinteressiert und kann auch alle Kriterien erfüllen, mit ihr sind wir durch eine 25 jährige Kundenbeziehung verbunden, leider musste sie passen, weil sie sich nicht in der Lage sah, die erforderlichen Planungskapazitäten vor Mitte 2017 bereit zu stellen.
  • Firma “D”, spezialisiert auf Bürogebäude und Bürolandschaften war sehr interessiert, verwendet aber einen direkten Wettbewerber zu Revit, das war also auch nichts.
  • Firma “E” hat sich auf diesen Blog hin gemeldet, dies sehr spät, außerdem sind sie gerade erst dabei eine Kompetenz in BIM aufzubauen.
  • Firma “F” hat eine extra Webseite “Bauen mit BIM” und eine E-Mail Adresse, die bim@xyz.de lautet. Auf meine schüchterne Anfrage kam aber leider keine Antwort, weil nicht festgelegt war, wer für das Postfach verantwortlich ist.

Nun, angesichts der großen Auswahl griff ich zum Hörer und habe mich bei “F” durchgefragt.

Es kam zu einem ersten Gespräch, auf das wir ein Angebot für eine Planungsphase “0” erhielten, das zwei Workshops zur Klärung des weiteren Vorgehens  und die Erstellung eines darauf beruhenden Angebots beinhaltete.

Ich gehe davon aus, noch vor Weihnachten einen Planungsauftrag zu unterzeichnen und danach werde ich den Schleier des Schweigens lüften. Dann wird die Frequenz in diesem Blog auch deutlich zunehmen,

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