In der Höhle

In der Cave

Im August hatten wir die Gelegenheit, den Planungsstand in der Cave des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in 3D anzusehen. Ermöglicht wurde dies durch eine Kooperation zwischen unserem Generalplaner Wolff & Müller und dem IAO. Wir, das waren neben Vertretern der Bauherrschaft Planer und Bauleiter.

Die Cave

Hauptbestandteil des Labors ist ein 3D-Projektionssystem mit einer 5,5 m langen und 3,4 m hohen Powerwall sowie einer integrierten 4-Seiten-Cave. Beides wird von 11 Projektoren betrieben, die 25 Millionen Pixel erzeugen und so kontrast- und lichtstark sind, dass auch viel Tageslicht kein Problem darstellt. Echtzeitvisualisierung und ein hochpräzises Trackingsystem erlauben das Eintauchen des Nutzers in die virtuelle Umgebung, was als Immersion bezeichnet wird. Die Verbindung des VR-Systems mit moderner Besprechungsinfrastruktur ermöglicht Meetings, die die Vorteile von klassischen Präsenz-Sitzungen und die der Virtualität voll ausnützen. So wird »Virtual Prototyping« zu »Immersive Engineering«. (Quelle: Webseite des IAO)

 

 

Alle Fotos: Nicole Baumgartner oder Marina Stiber

 

Das BIM Modell

Betrachtet haben wir das BIM Modell, an dem noch bis zuletzt heftig gearbeitet wurde. Es deckt die Gewerke Architektur, Tragwerksplanung (hier insbesondere das Bewehrungsmodell), Elektro, Sanitär, Heizung und Lüftung ab. Einige Räume sind exemplarisch in einem gesonderten Teilmodell bereits möbliert worden. Auch die Gebäude in der Umgebung wurden schematisch modelliert. Wie in früheren Beiträgen bereits beschrieben wurde dies komplett mit Autodesk REVIT modelliert.

Impressionen

Prinzipiell funktioniert das Ganze wie im Kino, wenn der Film in 3D produziert wurde.  Der Betrachter hat benötigt eine Brille mit polarisierenden Gläsern und hat einen dreidimensionalen Eindruck. Dies kann gut mit mehreren Personen gleichzeitig passieren. Eine Brille hat 8 weiße Kugeln, die von Kameras verfolgt werden. Damit kann der Träger dieser Brille sich bücken und beispielsweise unter einen virtuellen Tisch blicken, das Bild folgt in Echtzeit. Verblüffend!

Wie in REVIT können verschiedene Kategorien ein- aus- oder transparent geschaltet werden, was von gewissem Vorteil ist, wenn man die Bewehrung ansehen und überprüfen möchte.  Und das geht mit diesem Aufwand richtig gut, alle Eisen sind in natürlicher Größe dargestellt, ein erfahrener Ingenieur würde auch ohne Statik Fehler erkennen können. (Ersichtliche Fehler im Bewehrungsmodell haben wir aber nicht gefunden!)

Klar, manche Unstimmigkeit haben wir sofort gesehen, einige davon wären so auch nicht ausgeführt worden. Den Rauchmelder kann man schließlich nicht freischwebend im Treppenhaus montieren. Den Regenwasserablauf 20 cm über dem Zugangsweg hätte man so auch nicht gebaut, aber vielleicht hätte es Verzögerungen gegeben, weil die Längen der Anschlussteile nicht gepasst hätten.

Eindrucksvoll war die Haustechnik im transparenten Modell zu sehen, da bekommen wir eine ganze Menge geliefert. Und spannend auch die Prüfung der Blickbeziehungen von den künftigen Schreibtischen. Man konnte genau erkennen, was man da sieht, innen wie außen.

 

 

Fundamente und Bodenplatte

Im Juli ging das Bauen dann so richtig los, massive Einzelfundamente wurden ausgehoben, bewehrt und betoniert, dazwischen die Streifenfundamente auf denen die Kellerwände stehen werden. Danach die Bodenplatte, deren Oberfläche in der Tiefgarage ein flaches Walmdach darstellt, damit im Winter das Schmelzwasser von den Autos abfließen kann. Danach konnten die Stützen bewehrt und betoniert werden, die Halbfertigteile der Außenwände gestellt und betoniert und die Schalung für die Decke aufgebaut werden.

Beengte Verhältnisse

Bald war erkennbar, dass der Zeitplan nicht wirklich eingehalten werden konnte, was sicherlich zu einem großen Teil dem Umstand geschuldet ist, dass es auf der Baustelle fast keinen Lagerplatz gibt. Auch die Nachbarn müssen ein wenig leiden. Wenn Material mit schweren LKWs angeliefert wird, ist die halbe Straße blockiert. Aber anders geht es halt nicht.

Tropisches Wetter

Ein weiteres Problem war das Wetter. Auch wenn die Eisenflechter aus Portugal kommen und Hitze gewohnt sein mussten, im Juli war es am Nachmittag schon sehr schwer, in der Baugrube fehlerfrei zu arbeiten. Meine regelmäßigen Besuche auf der Baustelle hatten einige Nachbesserungen zur Folge, ich führe das auf die unerträgliche Hitze zurück.

Gespannt bin ich nun wirklich, ob der vereinbarte Fertigstellungstermin (31. März 2019) eingehalten werden kann, mir wird das von den Bauleitern immer wieder versichert.

 

Es geht los!

Wenn ich vor Weihnachten noch skeptisch über den weiteren Ablauf war, so hat sich das im Laufe des Januars deutlich geändert. Ich konnte letzte Woche einen mündlichen Generalunternehmerauftrag an die Zweigniederlassung Erfurt der Fa.  Wolff & Müller erteilen, wir sind uns einig geworden! Ende Februar soll es losgehen, und bereits Mitte August ist nach Bauzeitenplan die oberste Decke betoniert, so dass wir Anfang September ein Richtfest feiern können. Und für Ende März ist und bereits die Fertigstellung und Übergabe versprochen worden, so dass wir im April nächsten Jahres an einen Umzug denken können.

Das Vergleichsangebot

Wie berichtet war ich seit Oktober ziemlich beschäftigt, weitere Angebote einzuholen, was nicht ganz einfach war. Vor Weihnachten bekam ich ein seriöses Angebot der GS Schenk Schlüsselfertigbau GmbH, einem alt eingesessenen lokalen Anbieter. Es lag etwas über der Schätzung von über einem Jahr, also deutlich unter dem Angebot von Wolff & Müller.  Da wir ja keine Ausschreibungsunterlagen hatten, war es aber nur bedingt vergleichbar, es waren unmittelbar erkennbar Leistungen ausgeschlossen, die bei Wolff & Müller dabei waren. Das war nun nicht verwunderlich, hatte Wolff & Müller Stuttgart ja die Planung gemacht und Erfurter haben den Prozess begleitet.

Ein weiterer alteingesessener lokaler Anbieter hat mir für Ende Januar ein Angebot versprochen. Davon erhoffte ich mir mehr Klarheit darüber, wo der Markt liegt. Leider wurde mir Mitte Januar abgesagt, die Firma schob eine solche Bugwelle an Arbeit aus dem letzten Jahr vor sich her und wollte mir keine falschen Versprechungen und Hoffnungen machen.

Planungsfortgang und professionelle Hilfe

Mittlerweile war die Werkplanung weiter fortgeschritten und wir haben bei einem virtuellen Rundgang durch das Gebäude die Verbindungstreppe vereinfacht. Ich bat meine beiden verbliebenden Kandidaten auf Basis des aktuellen Planungsstandes ihre Angebote zu überarbeiten. Dann habe ich mir, vermittelt durch unseren Entwurfsarchitekten Gerhard Wirth die Dienste von Architekt Uwe Plößel, einem Profi für Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung gesichert. Mit ihm haben wir die Alternativen untersucht. Das Bauvorhaben zu verschieben und auf ein Abkühlen der Baukonjunktur zu warten erschien aber ebenso wenig sinnvoll wie eine Vergabe nach Gewerken. Die Unsicherheit ein vernünftiges Angebot speziell für die Haustechnik zu bekommen wäre uns ja geblieben und es hätte eine Verzögerung von mindestens einem halben Jahr nach sich gezogen. Herr Plößel konnte mir aber sagen, dass das Angebot GS Schenk viel näher an seinen Erfahrungswerten lag als das von Wolff & Müller.

Vergabe

In einem ersten Gespräch mit GS Schenk haben wir verschiedene Fragen geklärt und konnten das Angebot vergleichbarer machen. Es lag sehr nahe an dem was Herr Plößel uns sagte, was das Bauvorhaben seiner Meinung nach kosten darf. Die Firma GS Schenk mit den Herren Martin Lauterbach und Peter Saam machte zudem einen sehr kompetenten und seriösen Eindruck. Schon vor dem Termin hat sich Wolff & Müller deutlich bewegt, die weiter fortgeschrittene Planung hätte dies ermöglicht. Zusätzlich wurde uns der oben beschriebene Bauzeitenplan vorgelegt, Schenk wäre mindestens ein halbes Jahr später fertig geworden.

Die Entscheidung

Neben der Tatsache, das Wolff & Müller quasi in den Startlöchern stand und im März die ersten Profile für den Berliner Verbau einbringen kann hat es mich auch davor gegraust, ein Jahr lang zwischen Firmen koordinieren zu müssen, falls es über die Planung unterschiedliche Ansichten gibt. Letztlich fehlt GS Schenk die Erfahrung mit BIM und hätte nach konventionellen zweidimensionalen Unterlagen gebaut und abgerechnet. Damit war klar, dass Wolff & Müller durchaus teurer sein darf, es gab aber natürlich eine Schmerzgrenze, die wir uns vorher überlegt hatten. Nachdem die unterschritten war, habe ich einen mündlichen Auftrag erteilen können. SOFiSTiK und Wolff & Müller freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit, was gleich mit einem Gläschen Sekt begossen wurde, ein standesgemäßes Getränk (Bier) war nicht in Reichweite. (Meine Ballonfreunde werden die Herkunft des Sekts auf dem Bild erkennen)

v.l.n.r: Thomas Fink, Dennis Blosa (Oberbauleiter), Frank Bauernfeld (Kalkulator), Torsten Bieler (Niederlassungsleiter) und Architekt Uwe Plößel

Der zweite Sieger

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es mit schwer gefallen ist, GS Schenk abzusagen. Sie haben uns sehr geholfen und fachlich wie menschlich einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass sie Interesse an BIM gezeigt haben und wir werden in Ihrem Hause eine Einführungsveranstaltung durchführen. Auch mit Ihnen hätte ich gerne gebaut!

 

Baugenehmigung und Zwischenbilanz

Eine Woche vor Weihnachten war die lange ersehnte Baugenehmigung im Briefkasten, erfreulicherweise wurde das Projekt so genehmigt wie es geplant und mit der Stadt vor besprochen war. Da waren wir uns angesichts der langen Bearbeitungszeit nicht mehr so sicher – umso größer der Stein, der vom Herzen gefallen ist!

Nun könnten wir im Neuen Jahr mit dem Bauen anfangen, sobald die Witterung es zulässt. Warum der Konjunktiv? Wir haben wie berichtet der Firma Wolff & Müller einen Generalplanungsauftrag gegeben, in der festen Annahme, dass diese uns auch ein Angebot als Generalunternehmer in der Höhe ihrer damaligen Schätzung (oder leicht darüber) macht. Leider lag das Angebot letztlich um knapp 25% über der Schätzung, die für die Ermittlung des Planerhonorars vorlag. Dies konnten wir uns nicht mit gestiegenen Baupreisen erklären.

Die einzige seriöse Methode um festzustellen, ob das Angebot von Wolff & Müller fair ist, war Vergleichsangebote einzuholen. Damit war ich seit Mitte Oktober beschäftigt und irgendwie kommt mir das wie die Planersuche im letzten Jahr vor. Ich habe sehr viele Kollegen gesprochen, die gerne für die und mit der SOFiSTiK ein BIM Pilotprojekt erstellen möchten, aber leider sind alle Firmen auf Monate hinaus über ihre Kapazität hinaus beschäftigt. Die Zeit ist nicht gut für Bauherren. Ich denke, ich werde zu gegebener Zeit einen eigenen Beitrag über dieses Thema schreiben.

Vor dem Jahreswechsel ist aber ein guter Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz des bisherigen Projektverlaufes zu ziehen.

Eindeutig Positiv war …

… meine Entscheidung, die Planung von Anfang an bis einschließlich Ausführungsplanung zu beauftragen hat sich als richtig erwiesen. Normalerweise würde man erst nach Erteilung der Baugenehmigung mit der Werkplanung beginnen, wir hätten weitere Zeit verloren. Darüber hinaus ist es bei einer Planung mit BIM fair den Planenden gegenüber, die ersten Planungsphasen werden hier durch die HOAI nicht ausreichend honoriert.

Als hinderlich erwiesen hat sich …

… eine Baufirma als Generalplaner. Ich bin ja davon ausgegangen, dass es sinnvoll ist eine Baufirma von Anfang an im Boot zu haben. Dies hat bislang die Planung auch positiv beeinflusst. Nun ist die Baufirma zwar ein Familienunternehmen, aber doch auch ein Konzern. In der Stuttgarter Zentrale wurde geplant, gebaut sollte von der Nürnberger Niederlassung aus, die aber auch überlastet ist und jetzt haben wir ein Angebot aus Erfurt bekommen. In Erfurt kalkuliert man nun anders als in Stuttgart und so nahm das Geschehen seinen Lauf. Zwischendurch habe ich immer wieder das Gefühl mit zwei verschiedenen Firmen gleichen Namens zu sprechen, aber wie das wohl wird, wenn meine Planer eine Fremdfirma während der Bauphase betreuen dürfen?

Unklar ist noch …

… ob es für den Abschluss eines Generalunternehmervertrages hilfreich ist,  alles schon genau geplant zu haben und dem Bieter ein BIM-Modell anbieten zu können. Bei Wolff & Müller bekomme ich den Verdacht nicht los, dass alle Details durchdacht, geplant und kalkuliert wurden und danach der gleiche Risikoaufschlag einkalkuliert wurde, der bei herkömmlicher Planung üblich ist. Das könnte eine Erklärung für die Preissteigerung sein. Die anderen Bieter bekommen zwar alle Pläne, ein Revit oder IFC Modell und eine funktionale Baubeschreibung. Dennoch sind die Angebote nicht so ohne weiteres vergleichbar. Man wird sehen, wie sich das im nächsten Jahr entwickelt.

Auf alle Fälle wird es auch in 2018 spannend!

 

 

Wir bauen immer noch nicht

So oder so ähnlich wird unsere neue Kantine aussehen

Nun habe ich eine Zeit lang nichts mehr an dieser Stelle berichtet. Dies ist nur zum Teil den Sommerferien geschuldet. Leider haben wir eine Verzögerung im Ablauf, die ich hier nicht verschweigen will.

Wie berichtet, haben wir Wolff & Müller als Generalplaner mit der kompletten Planung bis zur Ausführungsplanung beauftragt. In der Woche nach dem Spatenstich bekam ich die Nachricht, dass der Haustechnikplaner ausgewechselt wurde. Nachdem der neue sich in das Projekt und die Vorarbeiten erst einarbeiten musste, ist die Planung jetzt auch nicht fertig, so wie das für Ende September geplant wurde. Der Grund lag sicher nicht in der BIM Planung. Man könnte auch schreiben, dass sich manche Probleme auch durch BIM nicht aus der Welt schaffen lassen.

Den Grundsatz “Erst Planen und dann Bauen” wollen wir aber ganz sicher weiter verfolgen, also bauen wir noch nicht.

Die Verzögerung ist dann aber auch nicht so ganz tragisch, weil es ebenfalls bei der Baugenehmigung klemmt. Die Stadt Nürnberg hat in den letzten Jahren Personal abgebaut, und so muß ein Bauherr einfach warten bis er dran kommt. Die zuständigen Bearbeiter sind zwar alle sehr nett am Telefon, aber so ganz befriedigend ist eine Aussage “Ich komme die nächsten 4-6 Wochen sicher nicht zu Ihrer Akte” auch nicht. Gut, damit haben wir wenigstens Zeit zum Planen.

Alles nicht schön, hat auch mit BIM nichts zu tun, muss aber halt akzeptiert werden. Von unserem neuen Casino (Bild oben) dürfen wir halt noch etwas länger träumen.

BIMsstein und Unternehmergeist

Erster Spatrenstich am 21. Juli 2017

Im Nachgang zum Bericht über unseren ersten Spatenstich noch zwei Fotos und ihre Geschichte.

BIMsstein

BIMsStein

Thomas Herbert, Partner im Büro Oehmke + Herbert, das für uns als Vermessungsingeneur, Brandschutzplaner und Prüfsachverständiger tätig ist, überreichte eine Flasche Wein mit Anhang. Er meinte, zum Bauen braucht man Steine und zum Bauen braucht man BIM, also haben sie einen BIMs-Stein an die Weinflasche gehängt. Nette Idee!

Unternehmergeist

Unternehmergeist

Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH gab dem Vorstand der SOFiSTiK eine kleine Flasche Unternehmergeist. 20cl Zwetschgenwasser, die Früchte aus dem Garten des Besitzers der Wolff & Müller Unternehemensgruppe und von Herrn Dr. Dürr selbst gebrannt.  Wir hoffen, dass uns der Geist auf der nächsten Vorstandsklausur beflügeln und ermutigen wird, ohne uns leichtsinnig werden zu lassen.

Beiden herzlichen Dank für das originelle Mitbringsel!

 

Der erste Spatenstich

Am 21. Juli – dem Tag vor dem 30. Jahrestag der Gründung der SOFiSTiK GmbH – haben wir nun mit einem kleinen Baustellenfest einen symbolischen ersten Spatenstich durchgeführt. Wie es sich für echte Bauleute gehört, nicht mit einem Spaten, sondern mit einem Bagger.

Spatenstich

Nachbarn, Vorbesitzer, Lieferanten, Kunden, Planer, Freunde des Hauses und Mitarbeiter, knapp 100 Personen waren Zeuge, wie bei bestem Sommerwetter mein Kollege Frank Deinzer und ich die erste Baggerschaufel aus unserem Baugrund entfernten. (Da wir ja noch keine Baugenehmigung haben, wurde das Loch nach Abreise der Gäste sauber wieder verfüllt!)

4 kurze Reden

Zuvor brachte mein Mitgründer Prof. Casimir Katz in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der SOFiSTiK in Erinnerung. Ich referierte über das Thema BIM als Bauherr, danach legte Herr Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH dar, was sich eine Baufirma von der neuen Technologie verspricht. Eberhard Beck, unser Architekt für die Genehmigungs- und Ausführungsphase redete über die Potentiale, die sich mit BIM für seinen Berufsstand eröffnen. Harald Riedel, berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und Stadtkämmerer freute sich nicht nur über die Aussichten künftig steigender Gewerbesteuereinnahmen sondern insbesondere auch darüber, mit der SOFiSTiK einen weiteren Hidden Champion in seiner Stadt zu haben.

v.l.n.r: Frank Deinzer, Stefan Maly, Steffen Schönfeld, Eberhard Beck, Thomas Fink, Casimir Katz, Harald Riedel, Dirk v. Vopelius

3-D-Präsentationen

Wie sich sich für ein BIM-Projekt gehört konnten sich die Besucher nicht nur an “3 im Weckla” stärken, sondern auch an 3 Stationen virtuell durch das künftige Gebäude gehen. Das Fraunhofer Institut Stuttgart brachte einen 3-D-Fernseher mit, unsere Planungspartner Wabe-Plan und gm planen + beraten waren in einer Garage (Danke an unsere Nachbarn Familie Herzog) mit ihren Datenbrillen ein  heiß umlagertes Ziel der Besucher.

Gefreut hat mich die durchwegs positive Resonanz der Nachbarn, die an den Visualisierungen naturgemäß ein großes Interesse hatten.

Nun warten wir weiter auf die Baugenehmigung, haben in der Zwischenzeit aber genügend mit weiteren Feinabstimmungen in der Planung zu tun. Wir warten auch gespannt auf das Preisangebot der Fa. Wolff & Müller, schliesslich müssen wir ja noch einen Generalunternehmerauftrag erteilen.

Das Loch

Übrigens: Wolff & Müller hat eine sehr gute Presseerklärung zu unserem Projekt verfasst.

Das Baugesuch

Eberhard Beck, WaBePlan -  Thomas Fink, SOFiSTiK - Peter Larsson, Wolff & Müller (v.l.n.r.)

Am Gründonnerstag war es dann soweit: Ich bekam Besuch von unserem Generalübernehmer Peter Larsson (Wolff & Müller) und dem Architekten Eberhard Beck (Wabe-Plan). Sie brachten 5 mitteldicke Mappen und ich durfte eine gefühlte Stunde lang unterschreiben. Danach gingen die Unterlagen an die Bauordnungsbehörde und in Kopie an die Nachbarn. Der zweite große Schritt nach dem Grundstückskauf war geschafft.

Wir haben nicht nur Pläne sondern auch ein Revit-Modell im nötigen Detaillierungsgrad, das wir so bauen wollen, sofern es genehmigt wird. Aber da haben wir ja bereits einige Gespräche mit den zuständigen Stellen geführt. Die Außenabmessungen und alle tragenden Bauteile sehen wir als fertig geplant an. Im Blog kann man sehen, wie wir uns vom allerersten Entwurf zu der jetzt eingereichten Lösung hin entwickelt haben.

Die wesentlichen Pläne möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:

Längs- und Querschnitt

Freianlagen

Ansichten

Grundrisse

Und dann haben wir ganz einfach und schnell mit unserer Applikation 3-D-PDF Export eine dreidimensionale PDF erzeugt. Der neue Acrobat Reader DC ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man mit einem Rechts-Klick im Menü Werkzeuge die Werkzeugleiste eingeblendet hat, kann man sich das Modell schön ansehen. Besonders gefällt mir die Möglichkeit, Schnitte durch das Gebäude zu legen.

Wie geht es nun weiter? Wir fangen sofort mit der Ausführungsplanung an, insbesondere kommen nun die Feinplanungen der Innenarchitektur. Bleiben Sie dran!

Der Auftrag

Wie im letzten Beitrag berichtet, haben wir für eine Planungsphase „0“ einen kleinen Auftrag vergeben, und zwar an das Stuttgarter Familienunternehmen WOLFF & MÜLLER. Diese stellte ein Planungsteam zusammen, das uns in einem Workshop in Stuttgart präsentiert wurde.

Alle Büros haben Erfahrung im Umgang mit Revit und haben mit WOLFF & MÜLLER bereits zusammengearbeitet. Boll und Partner ist seit vielen Jahren Kunde unseres Hauses und in der jungen Generation einer unserer „Vorzeigekunden“ für BIM.

WOLFF & MÜLLER übernimmt neben der Generalplanung auch die BIM Koordination. Technisch wird die Planung auf Citrix Servern ausgeführt, die im Hause WOLFF & MÜLLER stehen. Es wird ein gemeinsames Modell für Architektur und Tragwerksplanung geben sowie ein damit verknüpftes für die technische Gebäudeausrüstung. Also „BIG BIM“ aber Closed. Von einem Open BIM Kozept wurde uns dringend abgeraten, aber das hatten wir ja ohnehin nicht im Sinn.

Workshops

Von einigen „Aha-Erlebnissen“ während der Workshops kann ich noch berichten:

  • Uns wurde ein Preis für die Planungsphasen 1-4 der HOAI angeboten, das ist alles bis zur Genehmigungsplanung. Nach meiner Meinung macht das bei einer BIM Planung keinen Sinn, ich habe ein Angebot für die gesamte Planung angefordert und auch beauftragt.
  • Es scheint sinnvoll zu sein, die Baufirma bereits bei den ersten Planungsüberlegungen am Tisch sitzen zu haben, sie kann immer relativ schnell ein Preisschild an alle Planungsalternativen hinhängen. Der Plan ist ja, durch intensivere Planung in der Projektfrühphase die Baukosten zu minimieren.
  • Die Vorstellung, mit einer BIM Planung ein Gebäude auch betreiben zu können, ist möglicherweise etwas blauäugig. Unser Haustechniker jedenfalls eröffnete uns, dass ein BIM Modell „as built“ nochmal extra Honorar erfordert, weil keine ausführende Firma genau das einbaut was geplant wurde bzw. es dann sehr teuer werden kann, wenn man auf einen bestimmten Lieferanten pocht. Über dieses Thema wird zu sprechen sein, da insbesondere die Heiz- und Kühltechnik doch ehr aufwändig werden wird und ich hier schon Vorteile sehe, wenn wir einen Bestand als BIM-Planung haben.

Jedenfalls habe ich am 20. Dezember den Generalplanungsauftrag unterschrieben und jetzt geht es dann wirklich los.

 

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