Wir bauen immer noch nicht

So oder so ähnlich wird unsere neue Kantine aussehen

Nun habe ich eine Zeit lang nichts mehr an dieser Stelle berichtet. Dies ist nur zum Teil den Sommerferien geschuldet. Leider haben wir eine Verzögerung im Ablauf, die ich hier nicht verschweigen will.

Wie berichtet, haben wir Wolff & Müller als Generalplaner mit der kompletten Planung bis zur Ausführungsplanung beauftragt. In der Woche nach dem Spatenstich bekam ich die Nachricht, dass der Haustechnikplaner ausgewechselt wurde. Nachdem der neue sich in das Projekt und die Vorarbeiten erst einarbeiten musste, ist die Planung jetzt auch nicht fertig, so wie das für Ende September geplant wurde. Der Grund lag sicher nicht in der BIM Planung. Man könnte auch schreiben, dass sich manche Probleme auch durch BIM nicht aus der Welt schaffen lassen.

Den Grundsatz “Erst Planen und dann Bauen” wollen wir aber ganz sicher weiter verfolgen, also bauen wir noch nicht.

Die Verzögerung ist dann aber auch nicht so ganz tragisch, weil es ebenfalls bei der Baugenehmigung klemmt. Die Stadt Nürnberg hat in den letzten Jahren Personal abgebaut, und so muß ein Bauherr einfach warten bis er dran kommt. Die zuständigen Bearbeiter sind zwar alle sehr nett am Telefon, aber so ganz befriedigend ist eine Aussage “Ich komme die nächsten 4-6 Wochen sicher nicht zu Ihrer Akte” auch nicht. Gut, damit haben wir wenigstens Zeit zum Planen.

Alles nicht schön, hat auch mit BIM nichts zu tun, muss aber halt akzeptiert werden. Von unserem neuen Casino (Bild oben) dürfen wir halt noch etwas länger träumen.

BIMsstein und Unternehmergeist

Erster Spatrenstich am 21. Juli 2017

Im Nachgang zum Bericht über unseren ersten Spatenstich noch zwei Fotos und ihre Geschichte.

BIMsstein

BIMsStein

Thomas Herbert, Partner im Büro Oehmke + Herbert, das für uns als Vermessungsingeneur, Brandschutzplaner und Prüfsachverständiger tätig ist, überreichte eine Flasche Wein mit Anhang. Er meinte, zum Bauen braucht man Steine und zum Bauen braucht man BIM, also haben sie einen BIMs-Stein an die Weinflasche gehängt. Nette Idee!

Unternehmergeist

Unternehmergeist

Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH gab dem Vorstand der SOFiSTiK eine kleine Flasche Unternehmergeist. 20cl Zwetschgenwasser, die Früchte aus dem Garten des Besitzers der Wolff & Müller Unternehemensgruppe und von Herrn Dr. Dürr selbst gebrannt.  Wir hoffen, dass uns der Geist auf der nächsten Vorstandsklausur beflügeln und ermutigen wird, ohne uns leichtsinnig werden zu lassen.

Beiden herzlichen Dank für das originelle Mitbringsel!

 

Der erste Spatenstich

Am 21. Juli – dem Tag vor dem 30. Jahrestag der Gründung der SOFiSTiK GmbH – haben wir nun mit einem kleinen Baustellenfest einen symbolischen ersten Spatenstich durchgeführt. Wie es sich für echte Bauleute gehört, nicht mit einem Spaten, sondern mit einem Bagger.

Spatenstich

Nachbarn, Vorbesitzer, Lieferanten, Kunden, Planer, Freunde des Hauses und Mitarbeiter, knapp 100 Personen waren Zeuge, wie bei bestem Sommerwetter mein Kollege Frank Deinzer und ich die erste Baggerschaufel aus unserem Baugrund entfernten. (Da wir ja noch keine Baugenehmigung haben, wurde das Loch nach Abreise der Gäste sauber wieder verfüllt!)

4 kurze Reden

Zuvor brachte mein Mitgründer Prof. Casimir Katz in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der SOFiSTiK in Erinnerung. Ich referierte über das Thema BIM als Bauherr, danach legte Herr Steffen Schönfeld, Geschäftsführer der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH dar, was sich eine Baufirma von der neuen Technologie verspricht. Eberhard Beck, unser Architekt für die Genehmigungs- und Ausführungsphase redete über die Potentiale, die sich mit BIM für seinen Berufsstand eröffnen. Harald Riedel, berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und Stadtkämmerer freute sich nicht nur über die Aussichten künftig steigender Gewerbesteuereinnahmen sondern insbesondere auch darüber, mit der SOFiSTiK einen weiteren Hidden Champion in seiner Stadt zu haben.

v.l.n.r: Frank Deinzer, Stefan Maly, Steffen Schönfeld, Eberhard Beck, Thomas Fink, Casimir Katz, Harald Riedel, Dirk v. Vopelius

3-D-Präsentationen

Wie sich sich für ein BIM-Projekt gehört konnten sich die Besucher nicht nur an “3 im Weckla” stärken, sondern auch an 3 Stationen virtuell durch das künftige Gebäude gehen. Das Fraunhofer Institut Stuttgart brachte einen 3-D-Fernseher mit, unsere Planungspartner Wabe-Plan und gm planen + beraten waren in einer Garage (Danke an unsere Nachbarn Familie Herzog) mit ihren Datenbrillen ein  heiß umlagertes Ziel der Besucher.

Gefreut hat mich die durchwegs positive Resonanz der Nachbarn, die an den Visualisierungen naturgemäß ein großes Interesse hatten.

Nun warten wir weiter auf die Baugenehmigung, haben in der Zwischenzeit aber genügend mit weiteren Feinabstimmungen in der Planung zu tun. Wir warten auch gespannt auf das Preisangebot der Fa. Wolff & Müller, schliesslich müssen wir ja noch einen Generalunternehmerauftrag erteilen.

Das Loch

Übrigens: Wolff & Müller hat eine sehr gute Presseerklärung zu unserem Projekt verfasst.

Das Baugesuch

Eberhard Beck, WaBePlan -  Thomas Fink, SOFiSTiK - Peter Larsson, Wolff & Müller (v.l.n.r.)

Am Gründonnerstag war es dann soweit: Ich bekam Besuch von unserem Generalübernehmer Peter Larsson (Wolff & Müller) und dem Architekten Eberhard Beck (Wabe-Plan). Sie brachten 5 mitteldicke Mappen und ich durfte eine gefühlte Stunde lang unterschreiben. Danach gingen die Unterlagen an die Bauordnungsbehörde und in Kopie an die Nachbarn. Der zweite große Schritt nach dem Grundstückskauf war geschafft.

Wir haben nicht nur Pläne sondern auch ein Revit-Modell im nötigen Detaillierungsgrad, das wir so bauen wollen, sofern es genehmigt wird. Aber da haben wir ja bereits einige Gespräche mit den zuständigen Stellen geführt. Die Außenabmessungen und alle tragenden Bauteile sehen wir als fertig geplant an. Im Blog kann man sehen, wie wir uns vom allerersten Entwurf zu der jetzt eingereichten Lösung hin entwickelt haben.

Die wesentlichen Pläne möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:

Längs- und Querschnitt

Freianlagen

Ansichten

Grundrisse

Und dann haben wir ganz einfach und schnell mit unserer Applikation 3-D-PDF Export eine dreidimensionale PDF erzeugt. Der neue Acrobat Reader DC ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man mit einem Rechts-Klick im Menü Werkzeuge die Werkzeugleiste eingeblendet hat, kann man sich das Modell schön ansehen. Besonders gefällt mir die Möglichkeit, Schnitte durch das Gebäude zu legen.

Wie geht es nun weiter? Wir fangen sofort mit der Ausführungsplanung an, insbesondere kommen nun die Feinplanungen der Innenarchitektur. Bleiben Sie dran!

Der Auftrag

Wie im letzten Beitrag berichtet, haben wir für eine Planungsphase „0“ einen kleinen Auftrag vergeben, und zwar an das Stuttgarter Familienunternehmen WOLFF & MÜLLER. Diese stellte ein Planungsteam zusammen, das uns in einem Workshop in Stuttgart präsentiert wurde.

Alle Büros haben Erfahrung im Umgang mit Revit und haben mit WOLFF & MÜLLER bereits zusammengearbeitet. Boll und Partner ist seit vielen Jahren Kunde unseres Hauses und in der jungen Generation einer unserer „Vorzeigekunden“ für BIM.

WOLFF & MÜLLER übernimmt neben der Generalplanung auch die BIM Koordination. Technisch wird die Planung auf Citrix Servern ausgeführt, die im Hause WOLFF & MÜLLER stehen. Es wird ein gemeinsames Modell für Architektur und Tragwerksplanung geben sowie ein damit verknüpftes für die technische Gebäudeausrüstung. Also „BIG BIM“ aber Closed. Von einem Open BIM Kozept wurde uns dringend abgeraten, aber das hatten wir ja ohnehin nicht im Sinn.

Workshops

Von einigen „Aha-Erlebnissen“ während der Workshops kann ich noch berichten:

  • Uns wurde ein Preis für die Planungsphasen 1-4 der HOAI angeboten, das ist alles bis zur Genehmigungsplanung. Nach meiner Meinung macht das bei einer BIM Planung keinen Sinn, ich habe ein Angebot für die gesamte Planung angefordert und auch beauftragt.
  • Es scheint sinnvoll zu sein, die Baufirma bereits bei den ersten Planungsüberlegungen am Tisch sitzen zu haben, sie kann immer relativ schnell ein Preisschild an alle Planungsalternativen hinhängen. Der Plan ist ja, durch intensivere Planung in der Projektfrühphase die Baukosten zu minimieren.
  • Die Vorstellung, mit einer BIM Planung ein Gebäude auch betreiben zu können, ist möglicherweise etwas blauäugig. Unser Haustechniker jedenfalls eröffnete uns, dass ein BIM Modell „as built“ nochmal extra Honorar erfordert, weil keine ausführende Firma genau das einbaut was geplant wurde bzw. es dann sehr teuer werden kann, wenn man auf einen bestimmten Lieferanten pocht. Über dieses Thema wird zu sprechen sein, da insbesondere die Heiz- und Kühltechnik doch ehr aufwändig werden wird und ich hier schon Vorteile sehe, wenn wir einen Bestand als BIM-Planung haben.

Jedenfalls habe ich am 20. Dezember den Generalplanungsauftrag unterschrieben und jetzt geht es dann wirklich los.

 

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